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Matchball gegen Oldenburg: Warum der Meister aus Bamberg doch wieder so stark ist!

Matchball gegen Oldenburg: Warum der Meister aus Bamberg doch wieder so stark ist!

Knapper geht es nicht: Hätte Adam Chubb seinen letzten Wurf in Spiel eins verwandelt und hätte Sharrod Ford nicht in Spiel zwei 1,6 Sekunden vor Schluss den letzten Wurf von Dru Joyce abgeblockt, dann stünde es jetzt in der Finalserie womöglich 2:0 für Oldenburg. So steht es aber 2:0 für die Brose Baskets und die Bamberger haben am Sonntag den ersten Matchball, um zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister zu werden. Wie der Titelverteidiger zwei Mal den Kopf aus der Schlinge gezogen hat, steht für die gesamte Saison der Bamberger.

Der nächste TV-Termin:

So, 16.00 Uhr: Brose Baskets - EWE Baskets Oldenburg (Spiel 3)
live auf SPORT1, kostenfreier Livestream auf Beko-BBL.de

Der personelle Umbruch sowie Verletzungspech inklusive einiger unglücklicher Nachverpflichtungen ließen den Meister schwächer als in den Jahren zuvor erscheinen. Auch die sieglose TOP16-Runde in der Euroleague kratze am Unschlagbar-Image der Brose Baskets, und durch die vielen Partien unter der Woche fehlte zudem die Zeit fürs Zusammenfinden der Mannschaft im Training. Warum der Champion der vergangenen vier Jahre nun dennoch nur einen Sieg vom vierten Titel in Serie entfernt ist? Dass ist zum einen einem alteingesessenen Backcourt-Quartett zu verdanken und zum anderen einem Frontcourt, der aufgrund seiner Tiefe einen schwächeren Auftritt eines Brettspielers in der Regel kompensieren kann.

Highlights des zweiten Finales in Oldenburg:


Personeller Umbruch und Verletzungspech

Das Stirnrunzeln über die Bamberger Titelchancen begann dabei schon vor dem ersten Spieltag: Brian Roberts und P. J. Tucker in die NBA, Tibor Pleiß und Marcus Slaughter nach Spanien und dazu Julius Jenkins und Predrag Suput weg – auch mit viel Geld in der Hand ist ein solcher Aderlass nur schwer zu kompensieren. Trainer Chris Fleming stand vor der Aufgabe, den größten personellen Umbruch zu meistern, seit er 2008 nach Bamberg gekommen ist – in einer Liga, in der die Konkurrenz so stark ist wie noch nie.

Dass die Bamberger trotzdem die Hinrunde mit 15:2 Siegen souverän gewannen, war eigentlich schon eine große Überraschung, denn bei der Suche nach neuen Leistungsträgern stand Fleming nicht gerade das Glück zur Seite: Bostjan Nachbar stellte zwar sofort Punkterekorde auf, hinterließ aber in der Verteidigung einige Löcher. Auch Teddy Gipson erfüllte nicht alle in ihn gesetzten Erwartungen. John Goldsberry und A. J.Ogilvy fielen verletzt aus und Latavious Wilson passte genauso wenig ins Team wie später Jeremiah Massey.

Schwer zu sagen, warum die Konkurrenz in der ersten Hälfte die vorhandenen Bamberger Schwächen nicht nutzte. Wahrscheinlich waren viele einfach noch zu sehr geblendet von dem übermächtigen Bild, das sich die Brose Baskets in den Vorjahren erarbeitet hatten. In der Hinrunde 2012/13 lebten die Bamberger vor allem von ihrer bärenstarken Dreierquote (42 Prozent) und von der Spitzenposition bei den geblockten Würfen. Ansonsten ließ die Verteidigung – entsprechend häufig von Fleming und Wolfgang Heyder moniert - viele Wünsche offen. Bei den Rebounds waren die Brose Baskets zur Halbzeit nur die Nummer 11 in der Beko BBL, bei den Steals gar nur die Nummer 15.

Einzug in Euroleague-TOP16 erwies sich als Pyrrhus-Sieg

Zudem erwies sich der glückliche Einzug in die Euroleague-TOP16 als Pyrrhus-Sieg: Nicht nur, dass es dort eine Niederlage nach der anderen hagelte (0:14). Der straffe Terminplan machte es Fleming praktisch unmöglich, im Training an den erkannten Defiziten zu arbeiten. Rastlos eilten die Bamberger stattdessen von einem Spiel zum nächsten und stolperten auch in der Beko BBL in eine Krise. Als die Brose Baskets im März drei Spiele in Folge verloren und in eigener Halle gegen den FC Bayern aus dem Pokal ausschieden, witterte die Konkurrenz Morgenluft: Der Meister war schlagbar!

„Wir waren durch, wie waren einfach platt,“ blickt Chris Fleming heute auf diese schwersten Wochen der Saison zurück, findet dort aber im Nachhinein auch den Schlüssel für die Wende zum Besseren: „Für uns war es extrem wichtig, dass wir das TOP-FOUR nicht erreicht haben. Wir haben uns an dem Pokal-Wochenende vier Tage komplett frei genommen, was uns wieder auf die Beine geholfen hat. Die Euroleague war dann auch zu Ende. Wir haben danach sehr gut trainiert und haben uns peu a peu wieder gefangen.“

Backcourt-Quartett Goldberry, Gavel, Tadda & Jacobsen fungiert wieder als Rückgrat

Vor allem das aus der letzten Saison übrig gebliebene Backcourt-Quartett aus John Goldsberry, Anton Gavel, Karsten Tadda und Casey Jacobsen, das schon das Bamberger Meisterteam 2010 anführte, funktioniert in den diesjährigen Playoffs funktioniert dabei als Rückgrat des Bamberger Spiels.19,9 Assists pro Spiel (2,3 mehr als in der Punktrunde, Nummer eins in der Beko BBL) beschreiben, wie meisterlich die Bamberger den Ball inzwischen wieder laufen lassen. Vor allem der eingespielte Backcourt repräsentiert auch wie in besten Bamberger Tagen die mentale Stärke, die die Brose Baskets in den letzten Jahren so unangreifbar gemacht hat und die sich bei Gavel (42 Prozent), Goldsberry (42 Prozent) und Jacobsen (51 Prozent) auch in überdurchschnittlichen Dreierquoten widerspiegelt.

Auch in der Verteidigung zeigt die Bamberger Formkurve nach oben, was vor allem Julius Jenkins zu spüren bekommt. Der im Viertel- und Halbfinale weder von Bonn noch von Ulm zu stoppende Oldenburger Topscorer (19,9 Punkte pro Spiel) kam in der zweiten Hälfte von Spiel eins nur noch auf magere zwei Punkte und war in Spiel zwei (9 Punkte) bis auf eine kurze Phase in der ersten Halbzeit komplett unter der Kontrolle der Bamberger Defense. Seine Dreierquote (50 Prozent gegen Bonn und Ulm) sank gegen Bamberg auf 16 Prozent (2/13).

Neuformierter Frontcourt agiert noch wechselhaft

Im Frontcourt erschrecken die Bamberger zwar auch in den Playoffs ihre Gegner mit 4 geblockten Würfen pro Spiel, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Bamberger Spiel hier noch nicht ganz wieder so geölt wie in den letzten Jahren läuft. Schließlich stehen hier mit Bostjan Nachbar, Sharrod Ford, Maik Zirbes und A. J. Ogilvy auch gleich vier Neulinge auf dem Parkett und agieren dabei noch etwas wechselhaft. Nachbar hadert schon seit Wochen mit seiner Dreierquote (22 Prozent), Sharrod Ford war im ersten Finale mit 0/7 Würfen glücklos (im zweiten war er dafür mit 15 Punkten, 14 Rebounds und dem spielentscheidenden Block der Matchwinner).

Auch bei Maik Zirbes und A. J. Ogilvy wechseln Licht und Schatten. Dank der sehr couragierten Auftritte von Philipp Neumann steht Chris Fleming aber letztlich ein tief besetztes Quintett zur Verfügung, das es die Bamberger verschmerzen lässt, wenn einmal einer oder zwei lange Leute eine schwachen Tag erwischen. Trotzdem: Wenn die Oldenburger, die das Rebound-Duell in den ersten beiden Spielen gewonnen haben, noch einen Fuß in dieses Finale setzen wollen, steht hier die Tür wohl noch am ehesten unter dem Korb einen kleinen Spalt offen.

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