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Europapokal-Vorberichte
München reist nach Polen, Bamberg empfängt Europameister

München reist nach Polen, Bamberg empfängt Europameister

Der Euroleague-Auftakt beschert den Brose Baskets und dem FC Bayern Duelle mit Clubs aus Nachbarstaaten. Die Bamberger begrüßen am Mittwoch (20 Uhr) den französischen Vizemeister SIG Strasbourg, während die Bayern am Freitag (19.15 Uhr) beim polnischen Meister Zielona Gora antreten. Beide Gegner zählen in den Gruppen B und C zu den Außenseitern, die es zu bezwingen gilt, wenn die eigenen TOP16-Ambitionen nicht gefährdet werden sollen.

Im Gegensatz zum Eurocup bleibt der Modus in der Euroleague unverändert: Die ersten vier aus jeder Sechsergruppe erreichen die lukrative TOP16-Runde, in der von Januar bis April in zwei Achtergruppen um den Einzug in die Playoffs (Viertelfinale) gespielt wird. Den Höhepunkt der Saison bildet das Final Four (16. bis 18. Mai in Mailand). Neu sind Regelmodifizierungen, welche die Euroleague wegen der von der FIBA für 2014/15 beschlossenen Änderungen bereits jetzt installiert.

So gibt es keinen „besitzanzeigenden Pfeil“ mehr. Der Gewinner des ersten Sprungballs erhält den Ball auch zu Beginn des Schlussviertels, der Verlierer eröffnet das zweite und dritte Viertel. In allen offenen Spielsituationen entscheidet wieder ein Sprungball. Ein technisches Foul wird nur noch mit einem Freiwurf plus Ballbesitz bestraft. Außerdem werden die Auszeiten kürzer: In der ersten Habzeit hat jedes Team nur noch eine 60 Sekunden und eine 30 Sekunden dauernde Auszeit zur Verfügung, in der zweiten Halbzeit zwei 60 Sekunden und eine 30 Sekunden lange. Dabei darf in den letzten zwei Spielminuten nur noch je eine 60 und eine 30 Sekunden lange Auszeit genommen werden. Die Viertelpausen dauern nur noch 90 Sekunden.

SIG Strasbourg: Bamberg erwartet den Vize aus dem Land des Europameisters

Diese Partie ist Mittwoch ab 20 Uhr live bei SPORT1+ und als kostenpflichtiger Livestream auf SPORT1.de zu sehen. Hier gibt es weitere Infos zur Euroleague bei SPORT1.

Der Deutsche Meister geht mit einer Hypothek in seine sechste Euroleague-Saison –in der Beko BBL wurden bereits zwei Spiele verloren. Nur in der ersten Euroleague-Saison 2005/06 waren die Bamberger am ersten Spieltag mit einer Bundesliga-Bilanz von 2:3 ähnlich vorbelastet. Der Zufall will es, dass die damals noch von Dirk Bauermann gecoachten Bamberger in jener Saison auch schon auf SIG Strasbourg trafen und beide Spiele gewannen.

Die Elsässer, die wieder zum Favoritenkreis in der französischen Liga zählen, haben dort mit 2:1 Siegen einen etwas besseren Saisonstart hingelegt. Zwar wurde mit 74:78 in der Neuauflage des Finales gegen Nanterre die Revanche knapp verpasst, aber bei einem anderen Mitfavoriten, ASVEL Villeurbanne, wurde 86:82 gewonnen und am Wochenende bezwang SIG (steht für Strasbourg Illkirch-Graffenstaden) den letztjährigen französischen Euroleague-Vertreter Chalon 78:68.

In der Euroleague will Trainer Vincent Collet, der vor wenigen Wochen das französische Nationalteam bei der EM in Slowenien auf den europäischen Thron führte, mit Strasbourg zum ersten Mal seit 2007 (Pau-Orthez) wieder ein französisches Team in die TOP16 führen. Mit einem Budget von nur sechs Millionen Euro, dem kleinsten in der Gruppe B, ist das ein hohes Ziel, aber als Europameister bringt man natürlich auch ein gewisses Selbstvertrauen mit. Aus Bamberger Sicht ist ein solcher Gegner, der nichts zu verlieren hat, gerade am ersten Spieltag in eigener Halle doppelt gefährlich.

Der Hingucker bei den Franzosen ist ohne Frage der imposante Frontcourt, wo Nationalcenter Alexis Ajinca (Foto oben) im langen Romain Duport einen veritablen Back-up hat und die Power Forwards Tim Abromaitis und speziell Jeremy Leloup gefährliche Ausflüge zur Dreipunktlinie unternehmen. Im Spielaufbau war der aus vielen Bundesliga-Jahren bekannte Louis Campbell (Gießen, Bremerhaven, Oldenburg und Tübingen) wegen einer Knöchelverletzung des Nationalspiers Antoine Diot (Comeback am Mittwoch?) in den ersten beiden Wochen besonders gefordert, fand aber große Unterstützung im Neuzugang Kevin Murphy. Der 2012 von Utah Jazz gedraftete Shooting Guard erwies sich auf Anhieb als der erhoffte explosive Scorer. Am Samstag gegen Chalon markierte er 21 Zähler.

SIG Strasbourg im Stenogramm

Guards: Louis Campbell (34, 190, USA), Antoine Diot (24, 193, FRA, verletzt?), Paul Lacombe (23, 195, FRA), Arnaud Imhoff (20, 185, FRA).

Forwards: Kevin Murphy (23, 198, USA), Ricardo Greer (35, 196, DOM), Axel Toupane (21, 197, FRA), Jeremy Leloup (26, 202, FRA), Damien Bouquet (119, 197, FRA).

Center: Tim Abromaitis (24, 203, USA), Alexis Ajinca (25, 215, FRA), Romain Duport (26, 215, FRA).

Headcoach: Vincent Collet (50, FRA, dritte Saison in Strasbourg)


Gegen Zielona Gora: Bayern starten beim polnischen Meister

Diese Partie ist Freitag ab 19:15 Uhr live bei SPORT1 und als kostenfreier Livestream auf SPORT1.de und auf Beko-BBL.de zu sehen. Hier gibt es weitere Infos zur Euroleague bei SPORT1.

Der erste Euroleague-Gegner des FC Bayern München wartet am Freitag kurz hinter Berlin im polnischen Zielona Gora (Grünberg), das auf der Euroleague-Landkarte genauso neu ist wie die mit einer Wild Card erstmals in der „Königsklasse“ startenden Bayern. Selbst in der polnischen Liga sind die erst 2010 aufgestiegenen Grünberger ein Neuling, waren aber in der letzten Saison zur rechten Zeit zur Stelle, als der Serienmeister Asseco Prokom finanziell in die Knie ging. Der vom Serben Mihajlo Uvalin gecoachte Emporkömmling sicherte sich seinen ersten Meistertitel und damit das Startrecht in der Euroleague.

Stelmet Zielona Gora zählt zu den heißesten Titelkandidaten in Polen, bleibt aber mit seinem auf sechs Millionen Euro geschätzten Etat in der Euroleague-Gruppe C der klare Außenseiter, zumal man im Transfersommer kein glückliches Händchen hatte. Nicht nur, dass man keinen adäquaten Nachfolger für den in die spanische Liga abgewanderten Erfolgsgaranten Walter Hodge fand. Mit Center R. T. Guinn und Combo-Guard Russell Robinson zog Zielona Gora gleich zwei Nieten, die nicht ins Team passten und mit denen deshalb derzeit über eine Vertragsauflösung verhandelt wird.

Mit dem Montenegriner Vladimir Dragicevic haben die Polen zwar schon einen neuen Innenspieler verpflichtet, dem in Kürze wohl auch noch ein neuer Guard folgen soll, doch ob diese schon gegen die Bayern eine große Rolle spielen werden, darf bezweifelt werden. Die Vorzeichen stehen für Zielona Gora somit alles andere als gut, zumal auch noch der australische Power Forward David Barlow mit anhaltenden Beschwerden an der Achillessehne auszufallen droht. Ohne Barlow wurde der erste Spieltag der polnischen Liga am Samstag zur Zitterpartie, die beim Außenseiter Kotwica Kolobrzeg erst nach Verlängerung 73:70 gewonnen wurde.

Der größte Trumpf von Trainer Uvalin bleibt so ein kompakter Block von erfahrenen polnischen Spielern. Spielmacher Lukasz Koszarek, Shooting Guard Przemyslaw Zamojski (am Samstag 26 Punkte) und Center Adam Hrycaniuk kennen die Euroleague aus vielen Jahren mit Asseco Prokom und standen bei der EM im polnischen Nationalteam. Im Frontcourt haben sich zudem die NBA-erfahrenen Neuzugänge Christan Eyenga und Craig Brackins bewährt. Trotzdem fehlt den Polen natürlich aktuell die Tiefe im Team. Umso mehr zählen sie im Sportzentrum von Zielona Gora auf ihren bis zu 5.000 Zuschauer starken „sechsten Mann“, der indes vor zwei Wochen beim Supercup schon die 71:76-Niederlage gegen den Pokalsieger Trefl Sopot nicht verhindern konnte:

Stelmet Zielona Gora im Stenogramm

Guards: Lukasz Koszarek (29, 187, POL), Erving Walker (23, 173, USA), Kamil Chanas (28, 28, 190).

Forwards: Przemyslaw Zamojski (26, 193, POL), Christian Eyenga (24, 201, CGO), Marcin Sroka (32, 201, POL), Maciej Kucharek (20, 204, POL).

Center: Craig Brackins (26, 208, USA), Adam Hrycaniuk (29, 206, POL), David Barlow (29, 205, AUS, verletzt?), Aaron Cel (26, 200, POL), Vladimir Dragicevic (27, 206, MNE).

Headcoach: Mihaijlo Uvalin (42, SRB, dritte Saison in Zielona Gora).

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