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Oldenburg – Ulm: Duell der besten Rückrundenteams / Joyce gegen Günther / Dienstag live auf SPORT1+

Oldenburg – Ulm: Duell der besten Rückrundenteams / Joyce gegen Günther / Dienstag live auf SPORT1+

Das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft geht am Dienstag (21. Mai, 20 Uhr) in Oldenburg los mit dem ersten Spiel der Serie „best-of-5“ zwischen den EWE Baskets und ratiopharm ulm (im TV live auf SPORT1+, kostenpflichtiger Livestream auf www.Sport1.de).
In den Augen vieler ist dies das kleinere Halbfinale, das im Schatten des Titanen-Duells Bamberg – Bayern im andren Halbfinale steht. Aber Moment mal, bitte: Waren Oldenburg und Ulm nicht mit jeweils 13:4 Siegen die erfolgreichsten Teams der Rückrunde? Bamberg kam in der Rückrunde der Beko BBL nur auf 11:6 und Bayern nur auf 10:7 Siege. Daran gemessen, ist dieses Halbfinale zwischen dem Zweiten und Dritten, das zudem das Duell der beiden „Trainer des Jahres“ 2012 (Thorsten Leibenath) und 2013 (Sebastian Machowski) ist, eigentlich der größere Kracher!


Depth-Chart der Rotationsspieler (Oldenburg/Ulm):
(in Klammern die Spielanteile im Viertelfinale in Minuten pro Spiel)

Point Guard: Dru Joyce (24), Kevin Smit (3), Mustafa Abdul-Hamid (0)
Shooting Guard: Chris Kramer (26), Julius Jenkins (29), Dominik Bahiense de Mello (12)
Small Forward: Rickey Paulding (30)
Power Forward: Ronnie Burrell (19), Konrad Wysocki (10)
Center: Adam Chubb (26), Robin Smeulders (20), Jannik Freese (9)
*Einer der sieben ausländischen Profis muss aussetzen, bisher war das immer Abdul-Hamid

Point Guard: Per Günther (31), Lance Jeter (18)
Shooting Guard: Allan Ray (28)
Small Forward: Steven Esterkamp (27), Philip Schwethelm (22)
Power Forward: Daniel Theis (19), Keaton Nankivil (6) oder Myles Hesson (5)
Center: John Bryant (28), Omar Samhan (11)
*Einer der sieben ausländischen Profis muss immer aussetzen, zu Beginn der ersten Runde war das der verletzte Nankivil, zuletzt aber Hesson.

Die bisherigen Duelle in dieser Saison:

17.11.2012 – Hinspiel in Ulm:


12.01.2013 Rückspiel in Oldenburg:


Wichtigster Spieler der Serie: John Bryant

Ein No-Brainer: Auch gegen Oldenburg wird sich alles um John Bryant drehen. Wenn die Oldenburger um Adam Chubb es nicht schaffen, die Kreise des MVPs wenigstens halbwegs zu stören (alles unter 15 Punkten und zehn Rebounds wäre hier als Erfolg zu werten), wird es für die EWE Baskets gegen Ulm auch mit dem Heimvorteil im Rücken schwer werden, denn mit dem in Brettnähe unhaltbaren Center mit der Surferfrisur und den vielen Dreierschützen (zu denen nicht zuletzt Bryant selber auch zählt) hat die Ulmer Offensive eine „Zwickmühle“, die in dieser Saison schon viele Gegner vor unlösbare Probleme gestellt hat.


Wer in der Crunchtime den Ball haben sollte: Julius Jenkins und Per Günther

Ja, Julius Jenkins wird aus Berliner Zeiten nachgesagt, dass er in der Crunchtime gerne abtaucht. Im vierten Viertelfinale in Bonn war es aber eben dieser J. J., der mit seinem Dreier die Verlängerung erzwang. Außerdem war er der einzige Oldenburger, der in allen fünf Spielen konstant zweistellig punktete. Als Alternative bietet sich natürlich immer Rickey Paulding an, in dessen Händen kein gegnerischer Trainer gerne den Ball in der Crunchtime sieht.

Auch bei den Ulmern punktete nur ein Spieler im Viertelfinale konstant zweistellig, womit Per Günther sich sicher für den entscheidenden Wurf (oder den Pass auf John Bryant) empfiehlt, wenn es um die Wurst geht. Im einzig engen Spiel der Viertelfinalserie in Quakenbrück setzte der Spielmacher sogar mit 35 Punkten das Highlight. Die beiden spielentscheidenden Dreier netzte am Ende aber Allan Ray ein.

Duell im Fokus: Per Günther und Dru Joyce

Als der junge Per Günther 2008 nach Ulm kam, bildete er zusammen mit Dru Joyce das kleinste, aber auch schnellste Spielmacher-Duo der Liga. Fünf Jahre später trifft der inzwischen erwachsene Azubi auf seinen ehemaligen Vorgesetzten, der nicht nur selber immer noch ein giftiger Verteidiger ist, sondern in Chris Kramer einen extrem versierten Defensivspezialisten an seiner Seite hat. Wenn Nationalspieler Günther, der ein tolles Viertelfinale gespielt hat, diese harte Prüfung im Halbfinale auch noch meistert, werden wir uns vor ihm verbeugen.


Zahlenspiele – die interessante Statistik:

Die EWE Baskets Oldenburg (18,1) und ratiopharm ulm (18,3) verzeichneten in der Punktrunde die meisten Assists in der Beko BBL und zählen mit im Schnitt nur 13 Ballverlusten auch zu den Teams, die am besten auf den Ball aufpassen. Dafür, dass der Ball bei diesen beiden Mannschaften so gut läuft, sorgen dabei nicht nur die Spielmacher-Duos Dru Joyce und Chris Kramer (zusammen 7,2 Assists pro Spiel) sowie Per Günther und Lance Jeter (zusammen 6,1). Bei den EWE Baskets verzeichnen auch Rickey Paulding (1,9), Julius Jenkins (1,8) und Adam Chubb mehr als einen Assist pro Spiel, bei den Ulmern Allan Ray (1,7), John Bryant (1,5), Philip Schwethelm (1,2) und Steven Esterkamp (1,2).

Darauf freuen wir uns besonders:

Beide Mannschaften hatten im Viertelfinale ihre Achillesferse auf der Vier. Bei den Oldenburgern enttäuschte Ronnie Burrell, der in den fünf Spielen gegen seinen alten Klub aus Bonn nur 38 Prozent seiner Würfe traf und im Schnitt nur sechs Punkte erzielte (gegenüber 46 Prozent und 10,3 im Saisonschnitt). Bei den Ulmern konnte der vom Kooperationspartner Weißenhorn herübergeholte Myles Hesson den angeschlagenen Keaton Nankivil nicht so recht ersetzen.

Dieses Szenario ist eine ideale Bühne für ein interessantes Duell zweier echter Aufsteiger. Oldenburgs Robin Smeulders und Ulms Daniel Theis haben in dieser Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht und könnten ihre gute Saison krönen, indem sie für ihre Mannschaften im Halbfinale zum X-Faktor werden.

Was keine Rolle spielen wird:

Frank Buschmann trat mit seiner beiläufigen Erwähnung, dass der FC Bayern vor der Verpflichtung von John Bryant stehe eine Gerüchtewelle los, die weder durch Buschmanns Rückzieher via Twitter noch durch ein Dementi von Seiten Marko Pesic‘ zu stoppen war. Gegen Oldenburg wird der MVP aber unbeeindruckt seine Punkte und Rebounds machen – egal, ob er in der nächsten Saison in der NBA, Südeuropa, München oder doch wieder in Ulm spielen wird.

Die Storyline der Serie:

An diesen beiden Halbfinalisten kann man die gute Entwicklung, welche die Beko BBL in den letzten Jahren gemacht hat, festmachen. Noch in der Saison 2010/2011 traten beide Clubs in besseren Turnhallen gegeneinander an. Heute stehen sie sich in modernen, 6.000 Zuschauer fassenden Arenen gegenüber, wobei die Ulmer ihre ratiopharm arena am 10. Dezember 2011 mit einem rauschenden 101:83 über die EWE Baskets Oldenburg einweihten:


Auch sportlich waren beide Halbfinalisten in dieser Saison gute Aushängeschilder für die Liga: Die Ulmer sorgten mit dem Einzug ins Viertelfinale des Eurocups für Furore, die Oldenburger zogen in der EuroChallenge ins Final Four ein.

Was die gegnerischen Fans sagen werden:

Die Ulmer Anhänger werden höhnisch darauf verweisen, dass sie die nachweislich besseren Fans sind, denn die Ulmer ratiopharm arena war in dieser Saison regelmäßig ausverkauft, während die Oldenburger es zwar bei der Einweihung aber nicht bei den drei Viertelfinal-Heimspielen gegen Bonn schafften, ihre ebenfalls 6000 Zuschauer fassende neue EWE Arena auszuverkaufen.

Die Oldenburger haben hingegen das größere Revanche-Potenzial, denn beide Punktspiele gegen Ulm haben die EWE Baskets aus Sicht der Fans „unverdient“ verloren: Beim 66:96 in Ulm waren die EWE Baskets von einer Virus-Epidemie geschwächt, beim 91:95 in Oldenburg hatten die Ulmer laut der gegnerischen Fans bei einigen Entscheidungen der Schiedsrichter das Glück auf ihrer Seite.

Der kranke Link:

Am 9. Dezember 2007 erwischte der vielleicht verrückteste Buzzerbeater der Bundesliga-Geschichte nicht nur die Oldenburger, sondern alle ungläubigen Zuschauer (inklusive des schweigsamen TV-Kommentators von Sportdigital, dessen Name mir gerade nicht einfällt) auf dem falschen Fuß: Sechs Sekunden vor Schluss mussten die Oldenburger bei einer 72:70-Führung gegen Ulm (damals übrigens mit Dru Joyce und Konrad Wysocki) eigentlich nur noch die Uhr herunterspielen. Aber sie brachten den Ball schnell nach vorne, wo Branimir Longin jedoch den Korbleger kläglich vergab. Jeff Gibbs holte den Rebound und passte auf Emeka Erege. Der damalige Ulmer Kapitän feuerte an der Mittellinie geistesgegenwärtig einen Notwurf ab, der vom Brett zum Ulmer 73:72-Sieg in den Korb plumpste:


Aktueller Aggregatzustand:

Die Ulmer sind nach dem Ausfall von Sebastian Betz zwar dezimiert, gehen aber in vielerlei Hinsicht ausgeruhter in diese Serie. Ihr Eurocup-Abenteuer ging bereits vor mehr als zwei Monaten zu Ende, während die Oldenburger noch vor drei Wochen auf dem Final Four der EuroChallenge in Izmir/Türkei herumturnten. Vielleicht wirkten die Oldenburger deshalb in ihrer Viertelfinalserie gegen die Telekom Baskets nicht immer so frisch wie die Ulmer das bei ihrem „Sweep“ über die Artland Dragons waren. Da die EWE Baskets gegen die Bonner über die volle Distanz von fünf Spielen gehen mussten, blieb ihnen zudem praktisch nur ein Tag zur Vorbereitung. Die Ulmer kannten zwar nicht ihren Gegner, hatten aber zehn Tage Zeit, um sich in aller Ruhe auf das Halbfinale vorzubereiten.

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