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BIG - Basketball in Deutschland
Bambergs Finals-MVP Anton Gavel im BIG-Interview: „Es muss erstmal ein Gegner beweisen, dass er...

Bambergs Finals-MVP Anton Gavel im BIG-Interview: „Es muss erstmal ein Gegner beweisen, dass er...

Anton Gavel ist seit Jahren einer der Schlüsselspieler bei den Brose Baskets Bamberg. Nach dem Aus in der Euroleague steht der Meister nun vor vielen Pflichtaufgaben in der Liga. Trotz knapper Siege schwanken die Brose Baskets derzeit eher wie geprügelte Hunde durch die BBL-Saison. Der Alltag scheint auch am Serienmeister der letzten Spielzeiten nicht spurlos vorrüberzugehen. BIG sprach mit Gavel über die Herausforderungen der laufenden Saison

Ihr Coach Chris Fleming hat Sie vor dem Saisonstart über den grünen Klee gelobt, Ihren Einsatz hervorgehoben, Sie als wichtigen Baustein der Mannschaft bezeichnet. Wie geht Anton Gavel mit Lob um?

Ach, ich meine, wir spielen in einem Mannschaftssport. Beim Tennis oder beim Fechten ist das eine andere Geschichte. Ob man einzelne Spieler herausheben muss, weiß ich nicht. Jeder hat seine eigene Einstellung und seinen privaten Ehrgeiz. Solange dies dem Team zugutekommt, ist alles okay.

Wo steht der Pokal des Final-MVP?

In einem Schrank, auf keinem besonderen Platz. Letztendlich bin ich der Meinung, dass diese Auszeichnung ein Award für die gesamten Playoffs war, nicht nur für die Finalserie gegen Oldenburg. Dann hätte wahrscheinlich eher Boki (Bostjan Nachbar, Anm. d. Red.) oder einer meiner Mannschaftskollegen die Nase vorn gehabt.

Die Konkurrenz aus München bildet derzeit das Maß aller Dinge, präsentiert sich sowohl in der BBL als auch in den Top16 bärenstark. Ist das aus Ihrer Sicht eher ein Vor- oder ein Nachteil für die Brose Baskets, da bis auf eingefleischte Fans alle Experten mit einem Titelträger aus München rechnen?

Uns muss es egal sein, wer uns aus welchen Gründen abschreibt. Alles redet zu Recht von Bayern München als Tabellenführer der BBL. Mit den Ergebnissen in der Euroleague zeigt die Mannschaft ja auch, über welche Qualität sie verfügt. Wir mussten in den letzten Jahren schon mit sehr viel Druck von außen und innen umgehen und wissen, was wir draufhaben und wie man Titel gewinnen kann. Deswegen muss uns erst mal ein Gegner beweisen, dass er uns in einer Serie schlagen kann.

Kann das Thema Doppelbelastung am Ende das Zünglein an der Waage werden, sprich: Könnte München durch die Euroleague auf dem Weg zur BBL-Meisterschaft stolpern?

Was München macht, kann und sollte uns nur am Rand interessieren. Wir müssen in erster Linie auf uns selbst schauen und versuchen, uns als Team auf die entscheidende Phase der Saison vorzubereiten. Wir haben im vergangenen Jahr im Verlauf der Top16 schlechter abgeschnitten als München derzeit, hatten aber eben auch gegen andere Gegner bzw. andere Mannschaften zu spielen als die Bayern in dieser Saison. Insofern sind Quervergleiche nicht wirklich aussagekräftig. München verfügt über einen doch eher tieferen Kader, steht in der EL-Zwischenrunde und führt die Liga an. Wie das in ein paar Wochen aussieht, ist jetzt noch nicht abzusehen. Wie gesagt, im Mai kommt es darauf an, wo man steht, von welchem Platz aus man in die Playoffs startet.

Die sportliche Zielstellung für die Brose Baskets und Anton Gavel persönlich bleibt die Titelverteidigung. Besteht da nicht auch die Gefahr einer Übersättigung aufgrund der Erfolge in der Vergangenheit? Ist der Hunger noch groß genug?

Nein, wir haben genug neue Spieler, die in Deutschland noch nichts erreicht haben, würden bei allzu großer Zufriedenheit sicher auch noch einmal reagieren und etwas ändern. Der Kern der Mannschaft steht, und die Zugänge bringen nicht nur die Qualität mit, sondern dienen gleichzeitig als wichtige Impulsgeber. Insofern kann ich unsere Fans beruhigen. Der Hunger ist da, denn wenn man weiß, wie Erfolg schmeckt, bekommt man nie genug davon. Für mich war die Stunde nach dem letzten Finale immer etwas ganz besonderes. Es ist der Lohn für die ganze Arbeit, die ganze Saison. Selbst wenn die Partys irgendwann langweiliger werden, sind die Momente auf dem Parkett als Antrieb groß genug, damit sich kein Sättigungsgefühl einstellt.

Sie haben demnach auch noch keine Angst vor dem nächsten Playoff-Bart? Mit einem durchaus möglichen längeren Playoff-Auftritt dürfte die Gesichtsbehaarung optisch ja wieder das Highlight der Mannschaft werden.

Nein (lacht), ich hatte schon bei meiner ersten Meisterschaft mit Bamberg angekündigt, dass ich den Bart wachsen lasse, bis die Playoffs für uns vorbei sind, und dann ist er gewachsen und wir haben es als gutes Omen beibehalten. Mein Bartwuchs hält sich ja immer noch in Grenzen. Dafür ging es bei Peja (Suput) und John (Goldsberry) richtig los. Im dritten Jahr haben ich und Athletik-Coach Marcus Lindner schon nach dem Pokal beschlossen, wachsen zu lassen. Das ging anschließend bis zur Finalserie gegen Ulm und war am Ende schon ziemlich bitter.

Gab es da unter Umständen Neid von Mitspielern wie Tibor Pleiß, bei dem der Bart ja kaum aufgefallen ist?

Das glaube ich schon. Tibor hatte ja nur ein paar Fusseln. (lacht)

Die Freundschaft zu Heiko Schaffartzik wird und wurde ja immer wieder thematisiert. Hat das Verhältnis nach seinem Wechsel zu den Bayern gelitten oder besteht noch der Wunsch, irgendwann mit ihm in derselben Mannschaft zu spielen?

Ich würde gern irgendwann noch einmal mit Heiko in einem Team spielen. Als ich aus Murcia nach Deutschland zu den Brose Baskets kam, er in Braunschweig gespielt hat und wir in den Playoffs aufeinandergetroffen sind, wurde dieses Thema wieder aus der Schublade geholt. Unser letzter gemeinsamer Auftritt im selben Team dürfte jetzt knapp zehn Jahre her sein. Wir sind beide 84er, haben noch ein paar Jahre Zeit und brauchen nichts überstürzen.

Ohne die Frage nach einem Wechsel zu den Bayern stellen zu wollen, welche Gründe könnten für einen Wechsel von Anton Gavel zu einem anderen Klub ausschlaggebend sein?

Also natürlich in erster Linie zählt die sportliche Perspektive. Was kann man wo erreichen, wie soll der nächste Schritt aussehen, wie weit bringt es einen persönlich und wie kann die Familie daran partizipieren? Wir haben mit Bamberg vieles gewonnen. Wenn etwas Konkretes kommt, kann man sich Gedanken machen, aber eben auch erst nach dem Saisonende. Gerade zu diesem Thema gab es mehr als genug Fragen, wurde genug geredet und spekuliert, sodass es mir mittlerweile echt auf den Sack geht.

Herr Gavel, bitte beenden Sie folgenden Satz: Bamberg ist für mich …

… wie eine zweite Heimat!


Das komplette Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe der BIG (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), und außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

- Das große Interview: Heiko Schaffartzik über "Menzgate", seinen Wechsel nach Berlin
- Portrait: Bayreuths Kapitän Simon Schmitz
- Leon Radosevic: Berlins Center im Interview
- Robert Wintermantel: Tübingens Manager über den Abstiegskampf und Joe Lischka
- Maurice Pluskota: Braunschweigs nächste Entdeckung im Portrait
- Report: Deutsche am College
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