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Das 35. Göttinger Miniturnier: Mehr als 100 Teams, Bugs Bunny, Sebastian Machowski und Siege für...

Das 35. Göttinger Miniturnier: Mehr als 100 Teams, Bugs Bunny, Sebastian Machowski und Siege für...

Einen größeren Erfolg hätte sich Ausrichter BG 74 Göttingen beim 35. Miniturnier der Beko BBL und des Deutschen Basketball-Bunds nicht wünschen können. In beiden höchsten Klassen der U 12 sorgten die Lokalmatadoren für einen Paukenschlag. Die Jungen der Veilchen fegten im zweimal zwölfminütigen Finale in der mit 1000 Zuschauern gut gefüllten Sporthalle des Felix-Klein-Gymnasiums Seriensieger TuS Lichterfelde mit 68:35 (44:15) vom Feld. Den Triumph der Gastgeber perfekt machten die U12-Mädchen der BG. Sie mussten sich allerdings mangels Meldungen nur gegen fünf Kontrahenten durchsetzen, während es die gleichaltrigen Jungen mit 16 Gegnern zu tun bekamen.

Text und Fotos: Swen Pförtner

Als Sieger durften sich letztlich jedoch die meisten der weit über 100 Mannschaften fühlen, hatten sie doch an zwei Tagen reichlich Spielpraxis sammeln können. Selbst, wenn sie letztlich „nur an Erfahrung gewonnen“ haben, wie Jens Staudenmayer, Leiter Sport der Beko BBL, scherzhaft über die von ihm trainierte, sechstplatzierte U11 des TuS Mondorf anmerkte. Neben Staudenmayer betreuten mit Sebastian Machowski, Trainer der EWE Baskets Oldenburg, und Thomas Stoll, Geschäftsführer von ratiopharm Ulm, zwei weitere prominente Mannschaften in Göttingen.

Bei jedem Miniturnier, das die BG 74 in den vergangenen 34 Jahren ausgerichtet hat, gab es ein, zwei Spieler, die aus dem Pool begabter Basketballer herausragten. Die 35. Auflage von Europas größter Talentshow des jüngsten bundesdeutschen Nachwuchses nutzte der Göttinger Lennart Schultz als große Bühne, um seine Korbjäger-Qualitäten zu präsentieren. Mit sagenhaften 41 Punkten – 35 davon in der ersten Hälfte inklusive sechs Dreier – zeichnete er praktisch im Alleingang für den Sieg seiner Mannschaft verantwortlich. Der Matchwinner wollte seinen Anteil am Erfolg nicht allzu hoch hängen: „Klar habe ich heute gut getroffen. Das ist aber nicht in jedem Spiel so. Wir sind vor allem als Team stark“, hob er die Bedeutung des Kollektivs hervor. Das bestätigte Coach Felix Gerland: „Die Mannschaft hat viel Talent, sich gut entwickelt und heute einen tollen Job gemacht.“

Mit dem Doppelsieg brachen die Göttinger auch in die Phalanx bislang meist dominierenden Berliner Klubs ein. Das erfolgsverwöhnte Team von TuS Lichterfelde holte nur einen Turniersieg und BG Zehlendorf mit zwei ebenso viele wie die Veilchen. Erfolgreichster Verein mit dreimal Turniersiegen war Alba Berlin.

Der BG-Vorsitzende und Organisationschef Wessel Lücke mochte nicht verhehlen, wie stolz er auf seinen Nachwuchs ist. Zumal er die U12-Jungen selbst trainiert und jüngst zur norddeutschen Meisterschaft geführt hat. „Ich weiß nicht, ob dieses Turnier mein bisher schönstes ist. Aber es ist schon etwas Besonderes, wenn gleich zwei Mannschaften des eigenen Vereins in der höchsten Klasse gewinnen“, betonte er. „Ich muss aufpassen, dass ich als so alter Sack nicht in Tränen ausbreche“, sagte er mit Glitzern in den Augen, als sein Team ihm vor der Siegerehrung eine lila Holzbank vor die Nase stellte und U12-Kapitän Felix Greune ihm in klar artikulierten Worten für die geleistete Arbeit dankte: „Du hast jeden von uns im Einzeltraining weitergebracht und hattest immer ein offenes Ohr für uns.“

Die Bank möchte Lücke ausdrücklich nicht als Altersruhesitz verstanden haben. Die von vielen BG-Mitgliedern erwartete Ankündigung, das 35. Miniturnier werde sein letztes sein, kam ihm nicht über die Lippen. Allerdings appellierte er bereits an potenzielle Organisations-Nachfolger: „Wenn ich die vielen fröhlichen Kinder sehe, die sich nicht schlagen oder beschimpfen, hoffe ich, dass das Turnier weiter Bestand hat.

Platzierungen:

U 9 Mixed: 1. TuS Lichterfelde, 2. Dresden Titans, BV Chemnitz 99.

U 10 weiblich: 1. BG Bonn 91 I, 2. Chemcats Chemnitz, 3. TuS Lichterfelde.

U 10 männlich LK I: 1. Alba Berlin, 2. Ratiopharm Ulm, Friedenauer TSC.

U 10 männlich LK II A: 1. BG Zehlendorf, 2. ASC 46, 3. BC Ottendorf-Okrilla.

U 10 männlich LK II B: 1. Alba Berlin, USV Potsdam, 3. TuS Bad Essen.

U 11 männlich LK I: 1. NBC Wintzenheim, 2. Alba Berlin, 3. Ratiopharm Ulm.

U 11 männlich LK II: 1. Basketball in Gotha, 2. BV Chemnitz 99, BBC 90 Köpenick.

U 12 weiblich LK I: 1. BG 74 Göttingen, 2. Chemcats Chemnitz, 3. Oldenburger TB.

U 12 weiblich LK II: 1. Alba Berlin, 2. TV Herkenrath, 3. Tus Bad Essen.

U 12 männlich LK I: 1. BG 74 Göttingen, 2. TuS Lichterfelde, 3. ISS Berlin.

U 12 männlich LK II A: 1. BG Zehlendorf, 2. BV Chemnitz, 3. USV Potsdam.

U 12 männlich LK II B: 1. BC Cottbus, 2. Eisbären Bremerhaven, 3. USC Leipzig.

U 12 männlich LK II C: 1. TuS Mondorf, 2. BBC 90 Köpenick, 3. TSV Breitengüßbach.


Ein Renner war auch wieder die Kinder+Sport Basketball-Academy. Lange Schlangen an Kindern stauten sich vor den fünf Stationen, bei denen es galt, sein Können in den Grunddisziplinen Korbleger, Wurf, Koordination, Pass und Dribbling unter Beweis zu stellen. Knapp 600 Teilnehmer zählte Koordinator Norbert Opitz (Alba Berlin) an beiden Turniertagen. „Im vergangenen Jahr hatten wir 333 Teilnehmer. In diesem Jahr sind alle unsere Erwartungen übertroffen worden“, sagte Opitz hocherfreut. Das System der Academy ist simpel: Jeder Athlet muss pro Station gewisse Anforderungen und Aufgaben erfüllen, um seine Leistungsfähigkeit nachzuweisen. Gelingt dies an sämtlichen Station, gibt es zur Belohnung ein Trikot. Sechs Dresse stehen für sechs verschiedene, immer schwieriger werdende Leistungsgrade. „Wie bei den Judo-Gürteln kann man kein Level überspringen, sondern muss alle nacheinander absolvieren, um am Ende das begehrte schwarze Trikot zu bekommen“, erklärt Jens Staudenmayer, Leiter Sport der Beko BBL. Noch kein schwarzes, dafür aber ein gelbes Trikot gewann Jonas Hammersen vom SC Rasta Vechta. „Das hat richtig Spaß gemacht, sein Können Punkt für Punkt zu zeigen“, sagte der Elfjährige, dessen Spezialität die Wurf-Station war. Um das nächste Level zu erreichen, will er mit Hilfe einer DVD, auf der Bundesliga-Profis die Übungen vormachen, weiter trainieren. „Das ist auch der Sinn des Programms, dass die Kinder selbstständig trainieren und auf ihre Ziele hinarbeiten. Dieses Projekt ist keines, bei dem nur bunte Luftballons steigen“, so Staudenmayer. Auch nicht für Luftballons, sondern wegen der „coolen Gewinne“ absolvierten die Göttingerinnen Louisa Hackbusch und Jill Brandt-Heuer die Academy mit Erfolg. Zehn Bundesliga-Vereine bieten das Programm mittlerweile an. Das Mindestalter zum Einstieg ist sieben Jahre, das maximale 15.

Aber egal, ob großes Endspiel in der Halle oder Basketball-Academy: Das große Highlight für viele Korbjäger war ein anderer: Loony-Toones-Figur Bugs Bunny, einst Held im Basketball-Film „Space Jam“. Das überlebensgroße Maskottchen von Warner Bros. avancierte in Göttingen zum wiederholten Mal zum Publikumsliebling und beliebtesten Fotomotiv – am besten mit dem restlichen Team und den Goldmedaillen um den Hals. „Einen besseren Werbeträger kann man sich bei einem Kinder-Basketball-Turnier natürlich nicht wünschen. Fast 95 Prozent dieser Altersklasse kennen Bugs Bunny“, betont Staudenmayer.

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