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BIG - Basketball in Deutschland
Frankfurts ALLSTAR Danilo Barthel im BIG-Interview: „Der Sportpsychologe bringt uns junge...

Frankfurts ALLSTAR Danilo Barthel im BIG-Interview: „Der Sportpsychologe bringt uns junge...

Danilo Barthel ist einer der Senkrechtstarter der Saison. Trotz der in diesem Jahr geringeren Ambitionen überrascht der Power Forward mit seinen FRAPORT SKYLINERS und ist mit erst 22 Jahren der sportliche Leader auf dem Feld. Im BIG-Interview spricht er über seine Leistungsexplosion, seinen Status als Allstar, das Leben in Frankfurt mit den anderen jungen Deutschen sowie über die A-Nationalmannschaft.

Danilo Barthel, Ihre Nase ist ein wenig ramponiert. Sind Sie wie Tibor Pleiß damals im Trainingslager der Nationalmannschaft – Pleiß’ Nase zierte das Cover von BIG # 2 – auch kopfüber in einen zu flachen Swimming-Pool gesprungen?

(lacht) Nein. Beim Spiel in Bamberg habe ich von Rakim Sanders leider einen Ellenbogen abbekommen, wodurch meine Nase in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie ist ein bisschen angeschwollen, und wie das immer so ist, habe ich ein paar Tage später von Aziz N’Diaye noch eine draufbekommen. Die Nase ist immer so eine Zielscheibe, wenn man etwas hat, dann sind die Ellenbogen nicht weit. Ich hoffe aber, dass sie mich nicht entstellt und bald wieder zu alter Form zurückfindet.

Sie spielen statistisch nicht nur persönlich Ihre beste Saison, sondern waren bis zur Ankunft von Elias Harris auch der effektivste Deutsche in der Liga. Haben Sie mit dieser Leistungsexplosion gerechnet?

Dass der Sprung so groß werden würde, habe ich nicht erwartet. Im Sommer habe ich jedoch so viel trainiert, dass ich wusste, dass ich in meiner Entwicklung in jedem Fall einen weiteren Schritt nach vorne machen werde.

Mit fast 30 Minuten durchschnittlicher Spielzeit sind Sie derzeit einer der Säulen im Skyliners-Team. Was sind die Gründe dafür?

Ich habe mich entwickelt, gleichzeitig gibt es bei uns eine ganz andere Teamdynamik. Unser neuer Spielstil hier in Frankfurt spielt mir in die Karten. Der größte Unterschied zur letzten Saison ist Coach Herbert, der mir sehr, sehr viel Selbstvertrauen gibt und mich in meiner Entwicklung vorantreiben will.

Sie haben den Trainer angesprochen. Hat er Sie vor der Saison schon auf diese Rolle als Starter mit rund 30 Minuten Spielzeit vorbereitet?

Auf keinen Fall. Er hat zu uns jungen Deutschen immer gesagt, dass wir ihm in jedem Training zeigen müssen, wie viel wir am Wochenende spielen wollen. Die Spielzeit werde sich nur nach unseren Trainingsleistungen richten. Er hat uns nie irgendetwas versprochen. Er hat mir auch nie gesagt, dass ich ein Starter sein werde. Ich musste mir das alles in der Preseason und in jeder Trainingseinheit erarbeiten.

 
Trotz der längeren Ausfälle von Schlüsselspielern wie Quantez Robertson, Marius Nolte, Jacob Burtschi und Andy Rautins hat die junge Garde der Skyliners Playoff-Chancen. Gibt es neben hartem Training noch ein anderes Geheimnis für den Erfolg?

Es ist kein Geheimnis, aber zusätzlich zu den Einheiten kommt mittwochsmorgens  ein Sportpsychologe zu uns ins Trainingszentrum. Wir hatten bereits sechs Sitzungen als Gruppe der jungen Deutschen. Das bringt einen wirklich weiter, sonst würde ich auch nicht extra so früh aufstehen. (grinst)

Als eine der höchsten Formen der Anerkennung für gute Leistungen wurden Sie von Thorsten Leibenath direkt für das nationale Allstar-Team nominiert. Als erster deutscher Skyliners-Spieler nach Klub-Legende Pascal Roller. Konnten Sie das gleich realisieren?

Vor dem Spiel nicht wirklich. Das war eine Riesen-Ehre für mich und ich habe mich tierisch auf den Tag und über die Einladung gefreut. Es war ein super Erlebnis, vor allem auch die anderen Spieler aus der Liga ein bisschen kennenzulernen und mit vielen verschiedenen Jungs auf dem Spielfeld zu stehen. Das war eine große Erfahrung.

Ihre Spielweise trägt sicher zur Beliebtheit bei den Anhängern bei. Schon in der vergangenen Saison waren Sie mit spektakulären Dunks öfters in den Top Ten des Spieltages zu finden. Inwieweit ist das ein wichtiger Bestandteil Ihres Spiels?

Solche spektakulären Szenen können ein Team enorm pushen. Ich muss aber noch viel mehr dieses aggressive Mind-Set bekommen, mit allem, was ich habe, zum Korb zu gehen, und auch versuchen zu dunken, wenn ein Gegner im Weg steht, anstatt einen Korbleger zu machen. Meistens gehen die nämlich daneben und beim Dunk-Versuch ziehst du mindestens ein Foul oder er ist drin und gibt allen Auftrieb.

Wen würden Sie unter dem Korb aktuell als unangenehmsten Gegenspieler in der Liga bezeichnen?

Da fällt mir das Bamberg-Spiel ein. Gegen Rakim Sanders und Elias Harris, die sehr physisch, athletisch, aber auch beweglich und schnell sind, ist es sehr schwer.

Viele junge Deutsche gehen das Abenteuer Beko BBL an und versuchen, sich durch ein parallel laufendes Studium ein zweites Standbein aufzubauen. Weshalb haben Sie nur auf die Karte Basketball gesetzt, zumal sie mit einem Schnitt von 2,2 ein gutes Abitur abgelegt haben?

Ich habe mir gesagt, wenn man zweigleisig fährt, dann wird man es später bereuen, dass man sich nicht auf eine Sache konzentriert hat und nicht das komplette Maximum rausholen konnte. Ich habe zwar früher oder später vor, zu studieren, aber derzeit ist es nicht möglich, beziehungsweise will ich die freie Zeit weiter nutzen, um zu trainieren und basketballerisch weiter voranzukommen.

War Ihnen in der Jugend eigentlich schon klar, dass der Traum, Profi zu werden, für Sie in Erfüllung gehen könnte?

Mit elf Jahren habe ich angefangen zu spielen, und mit 13, 14 schon täglich trainiert und viel investiert. Da ich schon immer etwas größer war, zählte ich im Raum Mannheim-Heidelberg früh zu den größeren Talenten. Dessen war ich mir auch bewusst und ich wusste dadurch, was ich rausholen kann.

Aufgrund Ihrer Größe vermutet heute wohl kaum jemand, dass Sie früher auch geturnt haben …

Bereits vor dem Basketball hatte ich damit angefangen und das parallel die ersten Jahre auch weiter betrieben, da mein älterer Bruder da sehr aktiv war. Irgendwann wurde ich einfach zu groß, um dort höhere Ambitionen zu haben. Im Rückblick war das jedoch sehr, sehr wichtig, weil ich dort die Basis für meine Athletik, Koordination und Körperbeherrschung gelegt habe.

Die junge deutsche Garde bei den Skyliners ist in aller Munde, da sie ligaweit die größten Spielanteile bekommt. Sind Sie auch neben dem Basketball-Feld als Einheit unterwegs?

Auf jeden Fall. Wir verstehen uns wirklich alle sehr gut, haben den gleichen Humor, viele gleiche Interessen. Abends gehen wir gerne zusammen essen und haben viel Spaß miteinander. Es ist ein großer Vorteil, dass wir uns so gut verstehen, ein gutes Teamgefüge entstanden ist und jeder jeden Tag mit Spaß beim Training ist. Wir wohnen zwar in verschiedenen Wohnblocks, aber im selben Zentrum und nur ein paar Gehminuten voneinander entfernt. Das ist man schnell beim Kollegen auf der Couch zum Relaxen. Zwischen den Jahren sind Joe (Voigtmann, d. Red.), Konsti (Klein, d. Red.), Kevin (Bright, d. Red.) und Jan (Novak, d. Red.) zu mir zum gemeinsamen Raclette-Essen gekommen.

Bis jetzt hat sich Ihre Zielstrebigkeit ausgezahlt. Was sind die nächsten Ziele, was soll noch kommen?

Ich habe hier in Frankfurt noch einen Vertrag bis 2015, mit der Option auf ein weiteres Jahr. In dieser Zeit will ich mich noch weiter entwickeln und zum Führungsspieler reifen, der kontinuierlich auf einem sehr hohen Niveau in der Bundesliga spielen kann. Und natürlich gibt es den Traum, in den USA zu spielen, im übrigen Ausland und in der Euroleague. Am schönsten wäre es, wenn es mit den Skyliners klappt. Natürlich will ich auch weiter angreifen, um bald ein Spiel für die A-Nationalmannschaft zu machen. 


Das komplette Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe der BIG (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), und außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

- Portrait: Jonas Wohlfarth-Bottermanns Entwicklung in Berlin
- Elias Harris: Aus der NBA nach Bamberg
- Die Koch-Brüder: Michael und Stefan sich im Abstiegskampf gegenüber
- Daniel Theis: Wie geht Ulms Big Man mit den hohen Erwartungen um?
- Angelo Caloiaro: Der Topscorer des MBC ist ein Glücksfall für den Klub
- Andreas Seiferth: Triers Center über seinen Weg vom Bankdrücker zum Nationalspieler
- Coby Karl: Wie der Sohn des NBA-Trainers George Karl den Krebs besiegte
- Steven Esterkamp: Drei Klubs in sechs Monaten - wie geht das?
- Der BIG-Hallencheck: Wer hat die schönste Arena der Nation?
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