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Europapokal-Vorberichte
Maccabi Tel Aviv sensationell neuer Euroleague-Champion / Früherer Beko BBL-Profi Tyrese Rice...

Maccabi Tel Aviv sensationell neuer Euroleague-Champion / Früherer Beko BBL-Profi Tyrese Rice...

Das Final Four der Turkish Airlines Euroleague hat am Sonntag in Mailand mit Maccabi Tel Aviv einen überraschenden Sieger gefunden. Der israelische Meister, in der TOP16 nur das sechstbeste Team im höchsten europäischen Wettbewerb, bezwang den hohen Favoriten Real Madrid nach einem dramatischen Finale in der Verlängerung 98:86. Überragender Spieler war der letztjährige Spielmacher des FC Bayern München und frühere Akteur der Artland Dragons, Tyrese Rice, der mit 26 Punkten Topscorer der Partie war und als MVP des Final Fours ausgezeichnet wurde:

Letztlich triumphierte Maccabi aber mit einer Mannschaftsleistung mit viel Herz über das Star-Ensemble aus Madrid, das sich mit frühen Punkten durch Rudy Fernandez zunächst auf 33:22 abgesetzt hatte. Aber Maccabi ließ sich davon nicht irritieren, fand mit Distanztreffern von David Blu und Devin Smith wieder Anschluss und ließ sich von da an nie mehr abschütteln. Der frühere Gießener Spielmacher Ricky Hickman brachte Maccabi im dritten Viertel sogar mit 44:41 in Führung und legte damit die Grundlage für zwölf dramatische Schlussminuten, in denen die Führung bis hin zum 73:73 noch zehnmal wechselte.

Mit zunehmender Spieldauer nahm dabei Tyrese Rice das Heft immer mehr in die Hand, um in der Verlängerung in sensationeller Manier aufzutrumpfen. Der US-Guard markierte zu Beginn der Overtime zehn der ersten zwölf Maccabi-Punkte zur 85:79-Führung und baute den Vorsprung zusammen mit Center Alex Tyus an der Freiwurflinie auf 92:82 aus. „Ich verstehe das alles jetzt erst einmal gar nicht. Wir haben gegen den besten Club Europas gespielt und jetzt sind wir auf einmal die Besten,“ tat sich Rice, mit seinem Sohn Ashawn auf den Schultern (der Spielmacher ist alleinerziehender Vater), nach dem Spiel schwer, die Sensation in Worte zu fassen.

Nicht nur den Spielern, sondern auch den Fans von Maccabi gebührt für diesen Erfolg ein großer Respekt. Obwohl Maccabi als Außenseiter nach Mailand kam, wurde das Team von rund 7.000 Fans begleitet. Am Sonntag im Finale verwandelten bis zu 10.000 in gelb gekleidete Anhänger das Mediolanum Forum im Mailänder Vorort Assago in eine Außenstelle der Tel Aviver Nokia-Arena und erzeugten eine phantastische Basketball-Atmosphäre. Für Maccabi ist es nach 1977, 1981, 2004 und 2005 der fünfte Triumph im höchsten europäischen Wettbewerb. Für den achtfachen Champion Real Madrid, der zuletzt 1995 (noch mit Arvydas Sabonis) die europäische Krone aufhatte, verlängert sich die Wartezeit auf den nächsten Titel um ein weiteres Jahr: Das Final Four 2015 findet in Madrid statt.

Halbfinale: ZSKA Moskau stolpert über Maccabi, Real deklassiert den Erzrivalen Barcelona

Auch im Halbfinale am Freitag hatten beide Spiele einen sehr überraschenden Spielverlauf genommen. So kontrollierte der Favorit ZSKA Moskau zwar sein Spiel gegen Maccabi Tel Aviv dank einer klaren Überlegenheit unter den Körben (43:30 Rebounds) bis weit ins dritte Viertel und führte schon 55:40, aber Tyrese Rice und Ricky Hickman verkürzten noch vor der letzten Viertelpause auf 55:45 und initiierten damit einen sensationellen Endspurt des israelischen Meisters, der in den Köpfen der ZSKA-Spieler offenbar das Trauma der letzten beiden Final Fours wachrief. Als David Blu mit einem Dreier auf 67:66 verkürzte, drohte Maccabi trotzdem die Zeit davonzulaufen. Doch Viktor Khryapa verdribbelte sich, Blu griff reaktionsschnell zu, passte auf Tyrese Rice, der zum ZSKA-Korb spurtete und den Siegtreffer zum 68:67 markierte:

Für das zweite Spiel hatten alle Experten einen engen Spielverlauf zwischen den spanischen Erzrivalen Real Madrid und dem FC Barcelona erwartet, aber das Spiel kippte schon im zweiten Viertel zugunsten der Madrilenen, die „Barca“ mit einer leichtfüßigen Verteidigung den Saft abdrehten und die Katalanen im zweiten Durchgang mit 14/29 Dreiern und unhaltbaren Zügen zum Korb an die Wand spielten. Der frisch gekürte Euroleague-MVP Sergio Rodriguez führte sein Team mit einer MVP-Leistung (21 Punkte, 4/5 Dreier und 6 Assists) an. Die beiden Ex-Bamberger Bostjan Nachbar (Barcelona) und Marcus Slaughter (Real) kamen nur gut zehn Minuten lang zum Einsatz. Slaughter war aber im ersten Viertel am Highlight des Spiels beteiligt:

2014/15: Deutscher Meister in der Euroleague, Vizemeister in der Quali

In der nächsten Saison bleibt laut Euroleague-Commissioner Jordi Bertomeu in der Euroleague-Struktur alles beim Alten. Zu den 13 mit einer A-Lizenz ausgestatteten Dauergästen in der Königsklasse stoßen neun Clubs, die über das Länder-Ranking eine B-Lizenz für die Euroleague-Saison 2014/15 erhalten, darunter der neue Deutsche Meister. Den 23. Startplatz in der nächsten Euroleague hat sich bereits Valencia Basket als Eurocup-Champion (C-Lizenz) gesichert. Der 24. Europaligist wird wie gehabt in einem Qualifikations-Turnier Anfang Oktober ermittelt, an dem der deutsche Vizemeister als einer von acht Kandidaten teilnehmen darf.

Ob darüber hinaus ein Bundesligist – wie in der letzten Saison Bayern München – eine direkte Wild Card für die Euroleague erhält, hängt nicht zuletzt davon ab, ob es in dieser Saison überhaupt solche Wild Cards gibt. Eine solche könnte z. B. frei werden, wenn Valencia als spanischer Meister oder Vizemeister eine B-Lizenz erhält und folglich seine C-Lizenz frei wird. Eine andere Wild Card könnte sich dadurch ergeben, dass das in Italien aktuell wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten und Betrugsvorwürfen von der Relegation in die fünfte Liga bedrohte Montepaschi Siena seine A-Lizenz verliert (eine Entscheidung darüber fällt die Generalversammlung der Euroleague im Juli). Euroleague-Commissioner Bertomeu bekräftigte in Mailand noch einmal ausdrücklich den Wunsch der Euroleague, solche Wild Cards – wenn sie sich ergeben – zu nutzen, um die Stellung der Liga in wichtigen Märkten wie Deutschland oder Frankreich zu stärken.

Eurocup 2014/15: Statt 48 nur noch 36 Teilnehmer

Unverändert bleibt auch der Euroleague-Modus: In der regulären Saison (vier Gruppen zu je sechs Teams) qualifizieren sich die ersten vier aus jeder Gruppe für die TOP16 (zwei Gruppen zu je acht Mannschaften). Die acht Clubs, die dies TOP16 verpassen, setzen den Wettbewerb ab Januar 2015 in der Eurocup Last32 fort. In diesem Eurocup ergibt sich zur kommenden Saison die einzige Änderung in der Wettbewerbsstruktur: Statt 48 Mannschaften werden im Oktober nur noch 36 in die reguläre Saison starten (6 Gruppen zu je sechs Teams, die ersten vier aus jeder Gruppe qualifizieren sich für die Last32). Aus der Beko BBL sind die vier Halbfinalisten der gerade laufenden Playoffs für den Eurocup qualifiziert (so sie nicht Euroleague spielen). Weitere deutsche Startplätze könnten auch hier über Wild Cards dazukommen, deren Zahl sich aber durch die Schrumpfung des Eurocups auf nur noch 36 Teilnehmer deutlich verkleinern wird.

Schon ab der Saison 2015/16 müssen sich die Fans der Euroleague aber wohl wieder auf weitreichende Änderungen einstellen. Jordi Bertomeu bestätigte, dass die Euroleague über eine Vereinfachung des in die Kritik geratenen Lizensierungs-Systems nachdenkt. So soll jede Liga künftig wieder vorab Klarheit darüber haben, wieviele Startplätze (A- und B-Lizenzen) sie in der Euroleague erhält. Nicht zu überhören ist auch der brisante Wunsch der Euroleague, mehr Termine im Kalender für sich zu beanspruchen und dabei auch auf die attraktiven Wochenend-Termine zu schielen. Spruchreif ist hier aber noch nichts, Die Euroleague muss die möglichen Änderungen erst noch mit den nationalen Ligen und Clubs diskutieren.

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