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Simon Says
Simon Says: Bester Angreifer und bester Verteidiger der Saison 2013/14 – neue Namen oder alte...

Simon Says: Bester Angreifer und bester Verteidiger der Saison 2013/14 – neue Namen oder alte...

Kommende Woche werden die individuellen Auszeichnungen in der Beko BBL vergeben. Hier jeweils drei Kandidaten, die als „Best Offensive Player“ und „Best Defense Player“ in Frage kommen:

Best Offensive Player 2014 – Die drei Spieler auf dem Treppchen:

Bronze: Oldenburgs Julius Jenkins

15,4 PPG (50,0 FG%, 52,1 3P%, 76,8 FT%), 1,7 APG, 1,5 TOPG in 25:04 MPG

2008 und 2010 hat J-Double diesen Award bereits eingesackt, und bei seinen 34 Jahren muss nach dieser grandiosen Saison das Phrasenschwein gefüttert werden - Jenkins ist wie ein guter Wein: Je älter, je besser! Was uns im Hinblick auf die Postseason besonders freuen sollte: Faktoren wie die Wichtigkeit des Spiels oder eine ablaufende Wurfuhr scheinen ihm immer weniger auszumachen. Das zeigen auch seine Auftritte gegen zwei der besten Teams dieser Saison: Beim 87:72-Heimsieg gegen die Bayern lieferte er 26 Punkte in 27 Minuten (hier das Video), und zum 82:73 gegen seinen alten Klub aus Berlin streute er in seinem 300. Ligaspiel in 26 Minuten 25 Punkte ein und traf dabei fünf seiner sechs Dreier:

Silber: Bremerhavens Darius Adams

18,4 PPG (47,3 FG%, 43,0 3P%, 84,3 FT%), 3,7 APG, 4,0 TOPG in 31:51 MPG

Losgelegt wie ein Brandstifter: In vier der ersten fünf Spiele Bremerhavens lieferte Darius Adams 20 Punkte. Und das als Newcomer in unserer Liga. Das beeindruckte. Es folgten im Saisonverlauf weitere acht Partien, in denen der Aufbau der Eisbären 20 oder mehr Zähler erzielte. Auffällig: Der 1,82 Meter kleine Point Guard zieht gerne zum Korb. Von seinen 393 Feldwürfen wurden nur 165 von hinter der Dreierlinie losgelassen (41 Prozent). Zum Vergleich: beim folgenden Shooting Guard Isaiah Swann waren es 228 von 380 (60 Prozent). Aber trotz aller Hochachtung vor dem Mut Adams, immer wieder in die verbotene Zone der großen Menschen einzudringen, muss auch erwähnt werden, dass unter der Führung des Globetrotters (bisher in den USA, Venezuela, Puerto Rico, der Ukraine und Frankreich aktiv) die ersten sieben Spiele verloren gingen. Deshalb brauchten die Eisbären lange, um aus dem Keller zu klettern und beenden nun die Saison abseits von Gut und Böse im Mittelfeld. Da hatte es Swann besser:

Bester Offensivspieler 2014: Braunschweigs Isaiah Swann

18,5 PPG (41,5 FG%, 35,5 3P%, 89,4 FT%), 3,3 APG, 3,2 TOPG in 32:18 MPG

Isaiah Swann schnupperte mit den Phantoms zumindest lange an den Playoffs, beendet nun aber ebenso wie Adams die Saison abseits von Gut und Böse im Mittelfeld. Noch ist nicht abzusehen, wer von den beiden Topscorer der Liga wird, aber meine Stimme für diesen Award würde in jedem Fall an Swann gehen. Zusammen mit Frankfurts Andy Rautins teilt er sich den Punkterekord dieser Saison für ein Spiel: Beide legten 32 Punkte in einem Spiel auf und beiden gelang dies gegen Bremerhaven (Update: Tübingens Jonathan Wallace pulverisierte die Bestmarke der beiden mit 37 Zählern bei der Niederlage in Vechta). Swann ist besser als jeder andere Beko BBL-Profi in der Lage, sich gegen jeden Verteidiger dieser Liga seinen eigenen Wurf zu kreieren (Auch, wenn Akeem Vargas beim Rückspiel in Braunschweig einen verdammt guten Job gemacht haben muss). Zum einen hat Swann dabei den Vorteil, dass er Linkshänder ist, was für den Verteidiger immer ungewohnt ist. Dazu hat seine linke Klinke Range bis weit hinter die Dreierlinie, und ich meine weit, wirklich, wirklich weit. Trotz überschaubaren 1,88 Metern Körperlänge kann er auch beim Thema Hangtime mitreden*. Und er ist in der Lage selbst die wildesten seiner wilden Würfe so aussehen zu lassen, dass man denkt: Okay, den musste er genau so nehmen:

*Hier sollte auf das Video des Dunks von Swann über Münchens Jared Homan vor zwei Jahren verwiesen werden, aber ich kann es nicht finden. Kann die Basketball-Gemeinde helfen? Bitte Email an Simon@Beko-BBL.de.

Best Defensive Player 2014 – Die drei Spieler auf dem Treppchen:

Kommen wir zur Auszeichnung, die für Außenstehende am schwierigsten einzuschätzen ist. Ich jedenfalls maße mir nicht an, wirklich kompetent zu entscheiden, wer die besten Verteidiger in dieser Saison sind. Deshalb frage ich die Saison über immer mal wieder Spieler (Gegen wen ist es besonders hart?) und Trainer (Wer ist hervorzuheben, wenn es um Teamdefense, Stellungsspiel und Rotationen geht?) nach ihrer Meinung. Da fielen zumeist die gleichen Namen, einer aber war immer dabei. Zuerst die Spieler, die öfter genannt wurden:

Bronze und Silber: Oldenburgs Chris Kramer und Bambergs Anton Gavel

Anton Gavel ist Gold wert bei der Verteidigung gegen das Pick-and-roll, da er sich mit seinem Willen über viele Blöcke kämpft. Damit erspart der beste Verteidiger von 2012 und 2013 Bamberg jedes Mal den Switch und die Rotation, welche Mismatches zur Folge hätte. Beim Meister wurde zudem D’Or Fischer genannt, der den Brose Baskets als bester Shotblocker der Liga (2,7 BPG vor Djordje Pantelic mit 1,5) eine neue Dimension in der Defense gibt.

Oldenburgs Chris Kramer ist ein gutes Beispiel dafür, wie man erfolgreich in den Passwegen wildert, ohne durch zu viel Gambling, fürs eigene Team eine Unterzahl in der Setplay-Defense zu riskieren. Außerdem fällt mir bei Kramer immer wieder auf, dass der Combo-Guard des Vizemeisters keinerlei Rücksicht für den eigenen Körper zu kennen scheint. Sei es beim Sprung ins Aus, um einen Ball zu retten oder beim Annehmen eines Offensivfouls – erstmal dem einschießenden Reflex folgen und dann darauf hoffen, dass der eigene Körper wie immer nur Blechschäden davonträgt. Insgesamt ein großartiger Two-Way-Player, der uns aus der Defense heraus solche Momente beschert.

Bester Verteidiger 2014: Berlins Cliff Hammonds

Cliff Hammonds ist kontrollierte Aggression, wie sie jeder Trainer liebt. Mit 90 Kilo bei 1,91 Metern ist er eine amtliche Kante und bildet mit Akeem Vargas defensiv das beste Guard-Duo der Liga. Der Name des Berliner Aufbaus fiel in jedem Gespräch, welches ich in der zweiten Hälfte der Saison über Verteidigung führte. Hammonds ist die erste Speerspitze der giftigsten Defense der Liga. Er geht voran beim Pressing, macht Druck übers ganze Feld, seine vier Mitspieler hinter ihm sehen ihn hustlen und steigen mit ein. Neben einer hervorragenden Defense am Ball, spielt er zudem eine herausragende Deny-Defense. Gerne verhindert er dadurch oft genau den einen Pass zurück auf den Aufbau, unterbricht so das System der Gegner und zwingt sie so zum Improvisieren – ein wichtiger Faktor für die schlechten Wurfquoten der Gegner, wenn es gegen Berlin geht (Der Pokalsieger erlaubt der anderen Seite nur 40 Prozent aus dem Feld, Ligabestwert).

Abschließend der Hinweis, dass diese Kolumne nicht die offizielle Meinung der Beko BBL darstellt, sondern Einschätzungen von mir als Mitarbeiter des Ligabüros in Köln sind. Wenn Ihr meine Meinung für einen geistigen Airball haltet, lade ich Euch auch zum Diskutieren auf die Pinnwand unserer Facebook-Seite ein (jeder der dort „Gefällt mir“ drückt, kommt übrigens in mein Buch der coolen Leute). Besten Dunk fürs Lesen!

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