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Simon Says
Simon Says: Das beste Beko BBL TOP FOUR aller Zeiten? 1005 Länderspiele und jede Menge...

Simon Says: Das beste Beko BBL TOP FOUR aller Zeiten? 1005 Länderspiele und jede Menge...

Zwar kennen wir die Halbfinalpaarungen noch nicht, aber das vorhandene Dramapotenzial in allen Konstellationen sowie 1005 Länderspiele behaupten, dass es das beste Turnier in der 22-jährigen Geschichte des Pokalwochenendes wird.

Ja, nee, is klar, werdet Ihr sagen, der Simon ist bei der Liga angestellt und wird bezahlt, um so etwas zu schreiben. Nachvollziehbar, und dennoch: Das Turnier mit den drei führenden Teams der Tabelle und Ausrichter Ulm wird das beste TOP FOUR aller Zeiten werden!

Dafür gibt es bereits vor der Auslosung am Mittwochabend zwei wichtige Gründe: Ungeachtet der Paarungen werden in Ulm 15 Nationalspieler mit zusammen 1005 Länderspielen am Start sein, darunter auch Ulms Per Günther und Münchens Heiko Schaffartzik (oben eine Szene aus dem letztjährigen Finale, fotoduda.de), und jede Konstellation der Halbfinalpartien würde der deutschen Basketball-Gemeinde den Puls befeuern. Exerzieren wir die drei Möglichkeiten durch:


Ulm gegen München und Bamberg gegen Berlin:

Münchens John Bryant kehrt erstmals zurück in die Stadt, in der er wie Robin Benzing seine Karriere zündete, zum zweifachen MVP reifte und in drei Jahren einen Freund fand, dem er sogar so etwas erlaubte. Ich kriege bereits Gänsehaut, wenn ich darüber grüble, wie die Ulmer Fans ihren rasierten Samson wohl empfangen werden? Beim Einlauf bestimmt jubelnd, aber in der Crunchtime?

Und um den Dramafaktor zu steigern: Bei München in Ulm flitzt natürlich auch immer noch dieser Wurf durchs Kleinhirn:

Zwischen Bamberg und Berlin ist die kritische Masse für eine Explosion bereits seit Jahren sowas von überschritten: 2003 wischte Berlin Bamberg im Finale mit drei zu null aus der Halle. Ein Jahr später beendete ein Babyface namens Steffen Hamann das Meisterschaftsabo der Berliner mit einem sensationellen Sieg im fünften Halbfinale in der Schmelinghalle. Auch dieses 103:52 und die Krimiserie in fünf Akten aus den Finals von 2011 befeuerten die Rivalität. Aber was schreib ich … am besten wird die Beziehung zwischen Berlin und Bamberg doch im einem Satz dieses Videos auf den Punkt gebracht.


Ulm gegen Bamberg und Berlin gegen München:

Auch zwischen Bamberg und Ulm knallte es in den vergangenen Jahren zwei Jahren immer wieder, aber sowohl in der Finalserie als auch im Pokalhalbfinale von 2012 und insgesamt zwölf Mal in Folge siegten dabei die Brose Baskets. Im Hinspiel dieser Saison aber konnte ratiopharm ulm den "Brösels" endlich mal den gelben Zettel mit auf den Heimweg geben. Das verspricht neue Spannung für ein erneutes Halbfinalduell …

Kommen wir zur Paarung der Albatrosse gegen den FC Bayern München. Dies wäre das brisanteste aller möglichen Halbfinalspiele! Dafür sorgt zum einen die Tatsache, dass viele Bayern-Angestellte früher bei ALBA BERLIN waren, und die drei jüngsten Begegnungen zeigten, wie viel Biss in diesem Duell steckt:

Letztes Jahr der Berliner Sieg am Pokalwochenende in der o2 World, als Antwort der 3:0-Sweep, mit dem die Bayern die Saison Berlins bereits im Viertelfinale beendeten und in dieser Saison die überraschende 94:74-Revanche der neuen jungen Truppe von Sasa Obradovic in aufgeladener Atmosphäre:


Ulm gegen Berlin und Bamberg gegen München

Auch zwischen Bamberg und München gab es in zweieinhalb Jahren bereits Partien, die sich direkt mit der Sirene in Klassiker verwandelten. Zum Beispiel die zweifache Verlängerung von 2012 oder Nihad Djedovic‘ zwei Dreier ins fränkische Fanherz in dieser Saison. Und die Freaks aus dem Frankenland haben auch nicht vergessen, dass es die Bayern waren, die 2013 bei der Pokal-Quali dafür sorgten, dass Bambergs Serie von drei Doubles mit einer Heimspielniederlage endete.

Bamberg gegen München ist nicht nur ein bayrisches Derby, sondern für die Allgemeinheit vor allem das Duell des Meisters der vergangenen vier Jahre gegen die aufstrebende Macht aus München – es erinnert an das etablierte Leverkusen gegen das junge Berlin in den Neunzigern. Die beste Paarung, um neue Fans für unseren Sport zu gewinnen, so sagt mein Kollege Holger Sauer von der Sportschau. In den vergangenen Playoffs produzierte dieses Halbfinale phänomenale Quoten für SPORT1, 460.000 Zuschauer im Schnitt beim fünften Spiel in Bamberg – und anders als bei den drei Beispielen von oben gewann bei dieser ersten Serie der beiden Klubs der Souverän der vergangenen vier Jahre:

Zugegeben: Bei Ulm gegen Berlin fehlt auf den ersten Blick die historische Note, denn außer dem 3:0-Finale der Berliner von 1998 kommt da wenig in den Sinn. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn dieses Duell nicht weniger als die Neuauflage des Pokalfinales von 2013 bedeuten würde - diesmal halt nur in Ulm und nicht in Berlin:


Die Besetzungsliste - 15 Nationalspieler mit zusammen 1005 Länderspielen:

Seit 1993 wird der Pokalsieger in einem Viererturnier ermittelt, und es ist gerechtfertigt, darüber zu diskutieren, ob diesmal die beste Besetzung aller Zeiten am Start ist, denn die vier Klubs bringen es zusammen auf 15 deutsche Nationalspieler mit amtlichen 1005 Länderspielen:

Berlin: Jan Jagla (141 Länderspiele), Alex King (17), Sven Schultze (121), Jonas Wohlfarth-Bottermann (4).

Ulm: Per Günther (65), Philipp Schwethelm (49).

München: Heiko Schaffartzik (87), Lucca Staiger (85), Robin Benzing (73), Yassin Idbihi (21), Steffen Hamann (131), Demond Greene (114).

Bamberg: Elias Harris (28), Maik Zirbes (36), Karsten Tadda (33).

Dazu kommen Ulms Daniel Theis und Berlins Akeem Vargas, die noch nicht für die A-Nationalmannschaft aufgelaufen sind, aber auf der Besetzungsliste von Frank Menz stehen. Und mit Münchens Allrounder Paul Zipser, Berlins Guard Ismet Akpinar und Ulms Big Man Jonathan Maier wird auch die nächste DBB-Generation beim Beko BBL TOP FOUR Ball bei Fuß stehen.

Wenn wir unter den bisherigen 21 Turnieren nach einem suchen, bei dem vergleichbar viele Nationalspieler mit ähnlich vielen DBB-Einsätzen am Start gewesen sind, kommen nur drei in Frage*:

*Da unsere Datenbank erst mit der Saison 1998/99 beginnt, war wieder altmodische Recherchearbeit in alten Magazinen nötig. Gerne greife ich deshalb auf die Schwarmintelligenz der Basketball-Gemeinde zurück: Falls ich Spieler übersehen oder sonst einen Fehler fabriziert haben sollte, freue ich mich über eine Email mit einem Hinweis und den obligatorischen Beschimpfungen an Simon@Beko-BBL.de.

17./18. Februar 1996 in Berlin mit zehn der zwölf Europameister:

ALBA Berlin: Henrik Rödl, Stephan Baeck, Marko Pesic, Gunther Behnke, Teoman Öztürk, Sebastian Machowski, Drazen Tomic, Jörg Lütcke.

TTL uniVersa Bamberg: Kai Nürnberger.

SSV Ulm: Der Pokalsieger spielte mit Jens Kujawa, Uwe Sauer und Stephen Arigbabu.

Bayer 04 Leverkusen: Henning Harnisch, Mike Koch, Chris Welp, Hansi Gnad, Denis Wucherer und Sascha Hupmann.

30./31. Januar 1999 in Frankfurt - Junge Wilde aus Würzburg und die Berliner Nationalmannschaft:

TTL uniVersa Bamberg: Kai Nürnberger.

DJK s.Oliver Würzburg: Robert Garrett, Demond Greene und Marvin Willoughby (Dirk Nowitzki war kurz zuvor in die USA gereist, da der Lockout in der NBA zu Ende war).

ALBA Berlin: Der Pokalsieger hatte neben Henrik Rödl die junge Garde am Start mit Patrick Femerling, Marko Pesic, Vladimir Bogojevic, Jörg Lütcke, Robert Maras und Mithat Demirel.

Gießen Flippers: Harald Stein und Patrick King.

01./02. Januar 1994 in Bamberg – Routiniers in Hülle und Fülle:

Bayer 04 Leverkusen: Der Rekordmeister in Starbesetzung mit Henning Harnisch, Mike Koch, Chris Welp, Denis Wucherer, Moritz Kleine-Brockhoff, Detlef Musch und Thomas Deuster.

TTL Basketball Bamberg: Mit Mike Jackel und Kai Nürnberger standen zwei Europameister im Kader des Vizemeisters.

Brandt Hagen: Der Pokalsieger gewann mit Arnd Neuhaus, Ralf Risse, Olli Herkelmann und dem ewigen Bernd Kruel, der aber nie in einem offiziellen A-Länderspiel auflief.

SSV Ulm: Jens Kujawa und Uwe Sauer.

Eine mehr als fette Gesellschaft, in der sich das diesjährige Pokalwochenende befindet, wobei gegen das Turnier von 1996 nur der zweite Platz bleibt - gegen zehn Europameister von 1993 verblassen selbst 1005 Länderspiele!


Als Glücksfee an der Lostrommel agiert übrigens der Kollege, der hier nach seinem Treffer zum Pokalsieg der Ulmer von 1996 so zauberschön schluchzt (was auch daran gelegen haben könnte, dass die Ulmer die beiden Jahre zuvor auch im Finale gestanden, es aber verloren hatten):

Im Anschluss an die Auslosung am Mittwochabend werde ich auch mal die ausländischen Stars wie Berlins David Logan, Münchens Malcom Delaney oder Bambergs eingebürgerten Anton Gavel und ihre Duelle unters Mikroskop schieben.


Abschließend der Hinweis, dass diese Kolumne nicht die offizielle Meinung der Beko BBL darstellt, sondern Einschätzungen von mir als Mitarbeiter des Ligabüros in Köln sind. Wenn Ihr meine Meinung für einen geistigen Airball haltet, lade ich Euch auch zum Diskutieren auf die Pinnwand unserer Facebook-Seite ein (jeder der dort „Gefällt mir“ drückt, kommt übrigens in mein Buch der coolen Leute). Besten Dunk fürs Lesen!

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