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BIG - Basketball in Deutschland
Wo wechselt der Gejagte hin: Maximilian Kleber im BIG-Portrait

Wo wechselt der Gejagte hin: Maximilian Kleber im BIG-Portrait

Maximilian Kleber ist eines der größten Talente im deutschen Basketball. Entsprechend begehrt ist der Würzburger. Das Rennen um den athletischen Power Forward haben offenbar die Brose Baskets Bamberg gemacht, die den Umbruch im Team mit der möglichen Verpflichtung weiter vorantreiben

Mit hängendem Kopf schleicht Maxi Kleber immer wieder aus den Hallen der BBL. Nahezu jedes Spiel verliert der 2,07 Meter große Power Forward mit den s.Oliver Baskets Würzburg. Schon nach zwei Monaten hat für sein Team der Abstiegskampf begonnen. Kein Wunder, dass Trainer Marcel Schröder entlassen und vor dem Spiel in Bonn Coach Stefan Koch installiert wird. Viel wird es im Telekom Dome aber wohl trotzdem nicht zu holen geben. Schließlich haben die Telekom Baskets Bonn einen bockstarken Saisonauftakt hingelegt. Doch für Kleber spielt das keine Rolle. Er ist nach seiner Verletzungsodyssee einfach nur froh, wieder auf dem Parkett stehen zu können. Vielleicht legt er zu Saisonbeginn auch genau deshalb so starke Zahlen auf und punktet in vier seiner ersten fünf Spiele zweistellig.

Jetzt also das Spiel in Bonn. Gegen ein Topteam. Gegen Tony Gaffney, der es kurz zuvor nur um ein Haar nicht in den NBA-Kader der Memphis Grizzlies geschafft hatte. „Keine leichte Aufgabe“, denkt sich Maxi und holt vor dem Sprungball noch mal tief Luft. Doch sobald die Spieluhr runtertickt, ist er voll da. Sein Schuss fällt in den ersten Minuten, sodass Gaffney nun wie eine Klette an ihm klebt. Doch auch das stört Kleber nicht: Er setzt den Ball auf, lässt Gaffney hinter sich, um kurz vor dem Abschluss noch mal das Tempo rauszunehmen, über Ringniveau zu vollenden und Gaffney so auch noch das Foul anzuhängen. Kleber ist an diesem Abend nicht zu stoppen. Nicht von Gaffney, nicht von Jamel McLean, nicht von Steve Wachalski. Er trifft Dreier, aus der Mitteldistanz, am Brett. 19 Punkte stehen für den Youngster neben dem 87:76-Auswärtssieg zu Buche. Spätestens jetzt ist in Basketball-Deutschland jedem klar geworden: Maxi Kleber wird in der Sommerpause ein Gejagter sein!

Schließlich ist ein Vierer mit deutschem Pass, der die Verteidigung aufgrund seines butterweichen Handgelenks auseinanderziehen, gleichzeitig aber auch die Drecksarbeit am Korb verrichten kann, für jeden BBL-Verein Gold wert. Alba, die Bayern oder Bamberg, alle werden sie zum Saisonende Interesse am Würzburger Juwel bekunden, wenn es denn verletzungsfrei bleibt. „Die meisten anderen Spieler hätten das Basketballspielen nach so vielen Verletzungen wohl schon längst sein lassen. Egal was jetzt noch kommt, dass er sich danach immer wieder zurückgekämpft hat, ist bisher seine größte Leistung“, meint Klebers Ex-Coach Marcel Schröder im BIG-Gespräch. Schröder selbst hat miterlebt, wie ehrgeizig sich Kleber nach seiner schweren Knieverletzung, nach mehreren Bänderrissen und einem gebrochenen Fuß immer wieder geplagt hat, damit er endlich aufs Parkett zurückzukehren kann. „Wenn er verletzungsfrei bleibt, wird er sich auch auf noch höherem Niveau durchsetzen können. Denn seine Maße, gepaart mit seiner Athletik, werden ihm erlauben, auch dort eine gute Rolle zu spielen.“

Bei welchem Verein das sein wird, wollte Kleber kurz vor Redaktionsschluss noch nicht verraten, betonte im April im BIG-Interview aber bereits: „Sicher ist, dass ich nicht irgendwo 40 Minuten auf der Bank sitzen will. Aber ich glaube, dass ich mir mit meinem Ehrgeiz und meinen Fähigkeiten auch bei einem großen Klub mit vielen Stars meine Minuten verdienen kann.“ Und dieser große Klub wird wohl Bamberg sein, da der talentierte Power Forward schon seit Längerem auf dem Einkaufszettel von Wolfgang Heyder steht. Auch öffentlich bekundete Bambergs Geschäftsführer bereits Interesse an Kleber, sodass kurz vor Redaktionsschluss zur Vollendung des Deals nur noch Details gefehlt haben sollen. „Bamberg ist auf jeden Fall ein reizvolles Programm“, ließ sich Klebers Agent Jan Rohdewald auf BIG-Anfrage entlocken: „Der Plan von Maxi ist, dass er international spielen will, im Eurocup oder in der Euroleague.“ Und welcher Verein läge da näher als die Brose Baskets? Schließlich schafften in Oberfranken schon Tibor Pleiß und Maik Zirbes ihren nächsten Karriereschritt. Zudem ist Bamberg von Klebers Heimatstadt Würzburg gerade mal 90 Kilometer entfernt. Optimale Voraussetzungen also für den 22-Jährigen, was auch sein Würzburger Kumpel und Mitspieler Ruben Spoden so sieht: „Wenn er tatsächlich nach Bamberg gehen sollte, wird er dort starten und die Bundesliga ganz schön aufmischen. Er ist mit Sicherheit eines der Top-Talente in Europa. Was er an Koordination, Größe und Athletik mitbringt, gibt es in Europa und auch in den USA nur sehr selten. Wenn er in den vergangenen vier Jahren nicht so viele Verletzungen gehabt hätte, wäre er schon lange nicht mehr in Deutschland.“

So wird Kleber in der nächsten Saison aber wohl an der Seite von Elias Harris, Rakim Sanders und Jamar Smith auflaufen, die, falls für Harris keine NBA-Anfrage kommt, allesamt auch in der nächsten Saison in Bamberg unter Vertrag stehen. Auch von Jared Jordans Pässen sowie dem Zusammenspiel mit Maik Zirbes und Philipp Neumann unterm Korb könnte Kleber profitieren, sollten die Bamberger die jeweiligen Vertragsoptionen ziehen. Doch egal wer ihm in der nächsten Saison zur Seite steht: Die Hauptsache ist für Kleber, dass er jetzt den nächsten Schritt macht. Und dabei endlich von Verletzungen verschont bleibt!


Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe der BIG (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), und außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

- Frank Menz: Die Posse um den Bundestrainer nach der BIG-Enthüllung
- Das Prinzip Pesic: So führen Vater und Sohn den FC Bayern München Basketball
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