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BIG - Basketball in Deutschland
Was kommt nach Aito? Wie die Albatrosse die Expertise des Erfolgstrainers im Verein halten wollen fotoduda.de

Was kommt nach Aito? Wie die Albatrosse die Expertise des Erfolgstrainers im Verein halten wollen

— Frank Weiss

Alejandro Garcia Reneses begeistert die Liga mit schnellem, attraktivem und erfolgreichem Basketball. Der Spanier hat noch ein Jahr Vertrag, wird im Dezember aber 72 Jahre alt. Bei ALBA BERLIN gibt es Gedankenspiele, wie seine Expertise im Klub gehalten werden kann.

Über Aito

Mit dem FC Barcelona gewann er in der Zeit zwischen 1985 und 2001 neun spanische Meisterschaften. Hinzu kommen vier Pokalsiege sowie der Gewinn des Saporta-Cups (1986) und des Korac-Cups (1987 und 1999). Bei Joventud Badalona (2002 – 2008) setzte sich die Erfolgsgeschichte fort (zwei Pokalsiege sowie der Gewinn des ULEB-Cups und des FIBA-Europe-Cups). Der Förderer spanischer National- und NBA-Spieler wie Pau Gasol, Rudy Fernandez, Ricky Rubio oder Juan Carlos Navarro ist ein leidenschaftlicher Hobby-Fotograf.

Ein wenig Genugtuung schwingt mit, wenn Marco Baldi über Trainer Aito Garcia Reneses spricht. „Anfangs wurden wir ja teilweise belächelt, dass wir einen Aito nach Berlin holen“, sagt der Geschäftsführer von ALBA BERLIN. „Schön, dass jetzt so viele nachfragen: Das ist ja so fruchtbar, da muss man sich doch absichern, wie das weitergehen kann.“

Klar ist, der Mann hat noch ein Jahr Vertrag. Dennoch ist die Frage erlaubt, was nach Aito kommt. Der Spanier wird im Dezember 72 Jahre alt. Jahrelang wird er wohl nicht mehr an der Seitenlinie stehen, auch wenn aktuell keine Ermüdungserscheinungen erkennbar sind. Vielleicht hilft ihm da auch seine souveräne und ruhige Art an der Seitenlinie. Seine Motivation ist ungebrochen. „Ich mag es, zu coachen, fühle mich gut und mag mein Team. Ich will Spieler besser machen und mir gefällt es, eine Entwicklung zu sehen“, sagt er auf Nachfrage.

Nicht nur er mag sein Team. Das frühe Interesse an seiner Zukunft wäre wohl kaum da, wenn ALBA BERLIN unter ihm nicht die stärkste Saison seit Jahren spielen würde. Mit seinem attraktiven, schnellen Basketball hat er die Fans nach der verlorenen Saison unter Ahmet Caki versöhnt. Auch seine Spieler loben den Maestro regelmäßig in den höchsten Tönen. Der Respekt für den Spanier und seine Arbeit bei ALBA zieht sich durch die ganze Liga. Aito erhielt die Auszeichnung als Trainer des Jahres in der BBL.

Unter ihm wurde ALBA wieder zu einem echten Contender im Titelkampf. Nur fünf Niederlagen in der Hauptrunde sind ein neuer Bestwert für den Klub, auch wenn es für Platz eins nicht reichte. Sein Team erzielte in der Hauptrunde im Schnitt 89,5 Punkte – der Bestwert in der Liga. Dazu erlaubten sie dem Gegner nur 74,7 Punkte, ebenfalls Top-Wert in der BBL. Und kein Team teilt den Ball mehr als die Berliner, mit 22,8 Assists pro Partie.

Stats, die die bisher gute Saison von ALBA dokumentieren. Noch wissen wir nicht, ob am Ende dieser Spielzeit bereits etwas Zählbares stehen wird. Immerhin ging es nach einer harten Serie über fünf Spiele gegen Oldenburg schon einmal bis ins Halbfinale. Minimalziel erreicht. Das war in Berlin zuletzt nicht mehr selbstverständlich. In den vergangenen zwei Jahren kam das Aus im Viertelfinale. Geschäftsführer Marco Baldi spricht von einem „perfekten fit“ zwischen ALBA und Aito Garcia Reneses. „Die Zusammenarbeit ist dermaßen professionell und konstruktiv, das macht eine große Freude. Die aktuelle Situation ist sehr fruchtbar. Auch mit dem Trainerteam und der Bereitschaft, das Wissen in den Verein und die Jugend hineinzutragen“, sagt Baldi.

Eine Aussage, die gleichzeitig das Problem andeutet, was nach Aito kommen soll, aber auch zeigt, was von ihm bleiben könnte. Der Spanier gilt als das Gesicht der Strategie des Klubs, Spieler zu entwickeln und dabei dennoch erfolgreich zu sein. Mit ihm zeigt ALBA, dass sie es ernst meinen.

Die Berliner haben das jüngste Team aller Playoff-Teilnehmer; und von Aitos Gabe, Spieler zu entwickeln, soll der Klub auch nach seinem Weggang profitieren. Allein in dieser Saison feierten fünf Nachwuchsspieler ihr Profidebüt. Bennet Hundt (19), Jonas Mattisseck (18), Hendrik Drescher (18), Kresimir Nikic (19) und zuletzt der erst 16-jährige Franz Wagner, dessen älterer Bruder Moritz vor dem Sprung in die NBA steht. Das gab es bei ALBA vorher noch nie.

Dazu erreichte sowohl das JBBL- als auch das NBBL-Team das Final Four. Beide Mannschaften gingen als Favorit in das Endturnier (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe). Wer den Sprung am Ende wirklich packt, bleibt abzuwarten. Doch die Basis ist da. Ex-Profi Vladimir Bogojevic, der ALBAs JBBL-Team trainiert, lobt die Transparenz, die es unter Aito gibt. Er sagt: „Ich glaube, alle im Programm werden von Aito, seinem Know-how und seiner Methodik profitieren. In dieser Saison ist spürbar, dass es einen klaren Weg für junge Spieler gibt, sich zum Profi zu entwickeln.“

Das ist Motivation für den Nachwuchs, aber auch für die Trainer im Programm, die sehen, dass es ihre Jungs schaffen können. Alle Coaches sind immer eingeladen, das Training der Profis zu beobachten. „Es wäre dumm, das Angebot nicht anzunehmen“, sagt Bogojevic. Natürlich kann er in der U16 nicht wie die Profis spielen. Doch einige Elemente, vor allem in der Defensive, versucht er zu übernehmen.

„Die Coaches können immer zum Training kommen und unsere Arbeit beobachten“, sagt Aito. „Der beste Weg ist nicht Reden, sondern es in der Praxis zu sehen. Davon lernt man mehr, als wenn ich einen Vortrag halte.“

Der aktuelle Erfolg wird vor allem Aito zugeschrieben. Baldi betont jedoch, dass die Ausrichtung des Klubs über den Trainer hinausgeht. Die derzeitige Struktur wurde auch von Sportdirektor Himar Ojeda entwickelt. Dazu gehören die Kooperation mit ProB-Klub LOK BERNAU und die Anstellung des spanischen Individualtrainers Carlos Frade, der nicht nur mit den Profis intensiv arbeitet.

Aito soll diese Struktur weiter mit Leben füllen, damit auch nach ihm etwas bleibt. Im Idealfall eine Handvoll von Talenten, die unter ihm den entscheidenden Schritt nach vorn gemacht haben. „Mein Ziel ist immer: Wenn ich einmal gehe, sind das Team, die Spieler und die Organisation hoffentlich besser als zuvor“, sagt er.

Doch was ist, wenn er geht? „Die Position ist derzeit ideal besetzt“, sagt Baldi. „Wir müssen dafür sorgen, dass dies weiterhin so bleibt und die Struktur und die Ausrichtung weitergetragen werden.“ Mit dieser Basis sei es „einfacher, jemanden zu finden, der sich dafür begeistern und in diese Fußstapfen treten kann“.

Vielleicht kann ein Nachfolger sogar aus den eigenen Reihen kommen. Assistant Coach Thomas Päch durfte sich vergangene Saison schon als Chef probieren, als er ALBA kurz vor den Playoffs von Caki übernahm und einen guten Eindruck hinterließ. Der andere Co-Trainer ist der Spanier Israel Gonzalez. Nicht nur die Spieler lernen von Aito. Aito sei eine „großartige Möglichkeit“, sagte Päch, als er ins zweite Glied zurückkehrte.

Einen Nachfolger im eigenen Klub zu finden, fände Sportdirektor Ojeda „großartig. Es ist definitiv eines unserer Ziele, auch Trainer zu entwickeln. Aito noch ein weiteres Jahr zu haben, wäre für den Klub und die anderen Trainer großartig. Es wäre schön, wenn ihn eines Tages ein Trainer aus unseren Reihen ersetzen kann. Wann immer das auch sein wird.“

Den kompletten Artikel gibt es in der neuen BIG, in der Marco Baldi auch darüber spricht, wie Aitos Expertise dem Verein dauerhaft erhalten bleiben soll, was die 60 Trainer bei ALBA davon hätten und wie groß Aitos Liebe zum Basketball noch ist.

Die neue Ausgabe ist ab sofort im Handel erhältlich! Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten! Außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

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