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Kochs Nachschlag
Der Zwölfer-Kader für China: Diese Spieler würde ich mit zur Weltmeisterschaft nehmen!

Der Zwölfer-Kader für China: Diese Spieler würde ich mit zur Weltmeisterschaft nehmen!

— Stefan Koch

Die Teilnahme an der WM ist schon vor den letzten beiden Partien der WM-Quali in trockenen Tüchern. Dabei waren Ergebnisse und Leistungen der DBB-Korbjäger vom Feinsten, wozu man Henrik Rödl und seinem Team nur gratulieren kann. Jetzt wird diskutiert, welche Spieler aus dem Überangebot die Reise nach China antreten sollten. Wäre ich an Henriks Stelle, wären das hier meine zwölf Spieler:

Der Backcourt: Schröder, Lo und wer noch?

Dennis Schröder

NBA-Star Dennis Schröder ist genauso gesetzt wie Bayern-Guard Maodo Lo. Diese beiden Düsenjets liefern Beschleunigung, Endgeschwindigkeit, die Fähigkeit, den eigenen Wurf zu kreieren und durch ihre Penetration zum Korb Lücken für ihre Mitspieler zu reißen. Aber wer komplettiert den Backcourt neben ihnen?

Ismet Akpinar und Bastian Doreth haben in der Qualifikation weitestgehend den Spielaufbau übernommen. Aber es ist schwer vorstellbar, dass beide mit nach China fliegen, wenn Schröder und Lo zur Verfügung stehen. Joshiko Saibou wäre in der vergangenen Saison ein heißerer Kandidat gewesen als in dieser Spielzeit, in der ihn Verletzungen zurückgeworfen haben. Karsten Tadda bringt Verteidigung und große Rollenakzeptanz, Andreas Obst die Gefährlichkeit von der Dreipunktelinie (44,3 Prozent von Downtown in der ACB).

Zu guter Letzt müssen wir noch Isaac Bonga in die Diskussion einführen. Die Fähigkeit, alle drei Außenpositionen zu spielen und mit seiner Länge defensive Attribute in die Waagschale zu werfen, die seine Konkurrenten rein körperlich nicht mitbringen, machen den 19-Jährigen definitiv interessant.

Small Forward: Zwei aus Drei?

Paul Zipser

Auf dieser Position wird viel davon abhängen, wie sich die Formkurve bei Paul Zipser gestaltet. Sollte der Rekonvaleszent bis zum Sommer in Topverfassung kommen, führt kaum ein Weg an ihm vorbei. Der aktuell verletzte Robin Benzing hat in der Qualifikation im Schnitt mehr als 18 Punkte pro Partie erzielt und die Mannschaft in vielen Momenten offensiv getragen.

Dies könnte für Niels Giffey bedeuten, dass er möglicherweise zu Hause bleiben muss. Alle Drei mitzunehmen, gilt als eine eher abwegige Variante, da es zumindest nicht einfach wäre, einen von ihnen auf einer anderen Position zu spielen. Keiner passt in das klassische Anforderungsprofil eines Shooting Guards, und für einen Small-Ball-Vierer kann angesichts des Überangebots an langen Leuten keinen Platz im Kader geschaffen werden.

Die Innenspieler: Die Qual der Wahl

Daniel Theis

Danilo Barthel, Maxi Kleber, Daniel Theis, Maik Zirbes, Johannes Thiemann, Isaiah Hartenstein, Joe Voigtmann, Andi Seiferth, Tibor Pleiß, Moritz Wagner, Elias Harris: Diese Liste der deutschen Big Men verdeutlicht sehr gut, aus wie vielen Qualitätsspielern ein Bundestrainer mittlerweile wählen kann – und ebenso sicher wie bitter ist: Mehr als die Hälfte der eben Genannten kann in China nicht mit dabei sein.

Mit Danilo Barthel, Maxi Kleber und Daniel Theis stehen drei Power Forwards zur Verfügung, die im Fall der Fälle auch auf der Centerposition aushelfen können. Aufgrund ihrer herausragenden Qualitäten sind sie an beiden Ende des Feldes unverzichtbar.

Bleibt noch Platz für zwei Center. Johannes Voigtmann, Maik Zirbes und Tibor Pleiß haben die größten Namen, aber die Minuten sind ohnehin begrenzt, und mit Isaiah Hartenstein und Moritz Wagner klopfen zwei große Talente an die Tür. Einem sollte der Platz als fünfter Big Man gehören, um wertvolle Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Hartenstein reboundet überragend in der G-League (14,9 pro Spiel), während Wagner eher in die Kategorie Stretch-Fünfer passt. Auf jeden Fall sind beide vielseitig – genau wie mein Favorit Voigtmann, so dass sie für eine einheitliche Spielphilosophie stünden. Deshalb wären Pleiß trotz starker Euroleaguesaison und Zirbes trotz starker Auftritte in der Qualifikation bei mir absolute Härtefälle als Streichkandidaten.

Kochs Nachschlag

Magenta Sport

Zwei Partien muss die deutsche Nationalmannschaft in der WM-Quali noch bestreiten. Am Donnerstag (18.30 Uhr) steht die Begegnung in Israel auf dem Programm und am Sonntag (18.00 Uhr) der Abschluss gegen Griechenland. Beide Spiele gibt es hier bei MagentaSport live und kostenlos für alle.

So viel vorweg, ich habe mich für den aus meiner Sicht sportlich stärksten Kader entschieden. Ich gehe fest davon aus, dass diese Gruppe funktionieren würde. Jedenfalls habe ich keinen Spieler aufgrund von sozialer Unverträglichkeit ausgemustert. Butter bei die Fische: So sähe mein Aufgebot aus:

Guards: Dennis Schröder / Maodo Lo / Ismet Akpinar / Niels Giffey

Da Dennis Schröder den Ball dominieren wird und nicht ständig einen zweiten Kreativspieler an seiner Seite benötigt, nehme ich Giffey als Shooting Guard mit. Defensiv kann er das halbwegs solide hinbekommen, wie er zum Beispiel gegen Bayreuth und Kassius Robertson bewiesen hat. Offensiv kann er aufposten, über turnouts kommen und spot-up-Würfe eintüten. Mit Paul Zipser als gutem 1-1-Spieler auf der 3 kann das funktionieren.

Small Forwards: Paul Zipser / Robin Benzing

Ein gesunder Paul Zipser kann mit seinem Repertoire ein Schlüsselspieler werden. Großen Ehrgeiz zu performen, wird er ohnehin mitbringen, da er in die NBA zurückkehren möchte. Robin Benzing verfügt über das Scorer-Gen und kann in diesem Bereich übernehmen, wenn Dennis Schröder Verschnaufpausen benötigt. Außerdem hat er sich mit seiner Bereitschaft, immer für die DBB-Auswahl aufzulaufen, zu einer Art Gallionsfigur gemausert.

Big Men: Danilo Barthel / Maxi Kleber / Daniel Theis / Joe Voigtmann / Isaiah Hartenstein

Hartenstein bekommt aufgrund von Rebounding und Rimprotection den Vorzug vor Moe Wagner.

Zwölfter Mann: Isaac Bonga, Joshi Saibou oder Andi Obst

Richtig gezählt, das sind nur elf Spieler! Und bezüglich des letzten Spots tendiere ich leicht zu Isaac Bonga, wodurch die Mannschaft mit neun Spielern über zwei Metern aber extrem groß wäre. Also doch Joshiko Saibou oder Andi Obst? Ich würde alle drei zur Vorbereitung einladen und dann anhand meiner Eindrücke die letzte Entscheidung fällen.

Zur Person:

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei MagentaSport, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere und Sportdigital tätig, sowie als Scout für die NBA. Seine Kolumne „Kochs Nachschlag“ erscheint regelmäßig auf der Homepage der easyCredit BBL.

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