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europäische Wettbewerbe

In der neuen Europapokalsaison ist die easyCredit BBL zur Saison 2023/2024 mit zehn Clubs in den vier Wettbewerben vertreten, was ein neuer Rekord ist. Nur die spanische Liga Endesa (12) und türkische BSL (11) sind noch breiter vertreten Mehr als jeder zweite Erstligist kann seinen Zuschauern damit europäischen Basketball bieten. 

Turkish Airlines EuroLeague: FC Bayern München und ALBA BERLIN
BKT EuroCup: ratiopharm ulm und Veolia Towers Hamburg
Basketball Champions League: Telekom Baskets Bonn (Titelverteidiger), MHP RIESEN Ludwigsburg und EWE Baskets Oldenburg
FIBA Europe Cup: BG Göttingen, NINERS Chemnitz und ROSTOCK SEAWOLVES

Vom Korac Cup zur Champions League: Größte Erfolge deutscher Clubs in Europa

Im Frühjahr 1958 griff der Weltverband FIBA eine Initiative der französischen Sportzeitung L’Equipe auf und organisierte im Basketball erstmals einen Europapokal der Landesmeister. Ursprünglich waren für die Premiere nur sechs Teilnehmer geplant, aber am Ende bewarben sich 23 Landesmeister für eine Teilnahme. Das kontinuierlich wachsende Interesse an internationalen Spielen führte in den folgenden Jahren zur Einrichtung weiterer Wettbewerbe. 1966 wurde von der FIBA ein Europapokal der Pokalsieger ins Leben gerufen und 1972 der Korac Cup.

1) EC der Landesmeister (FIBA-Europaliga)

Der erste deutsche Achtungserfolg in Europa gelang bereits in den frühen Jahren Vorwärts Leipzig. Der von Herbert Lori trainierte DDR-Meister wurde 1967 im EC der Landesmeister erst in der Viertelfinalgruppe A von Real Madrid und Slavia Prag gestoppt. Ab der Saison 1987/88 gipfelte der Landesmeister-Wettbewerb in einer Endrunde, in der acht Teams an 14 Spieltagen vier Teilnehmer für das abschließende Final Four ermittelten. Das von Tony DiLeo trainierte Saturn Köln 1988 und das von Dirk Bauermann trainierte Bayer Leverkusen 1991 waren die ersten deutschen Teams, die sich für diese “Europaliga“ qualifizierten. ALBA BERLIN schnupperte 1998 in der mittlerweile auf 16 Teams aufgestockten Europaliga als erstes deutsches Team am Einzug ins Final Four, scheiterte jedoch im Playoff-Viertelfinale trotz Heimvorteil mit 0:2 an AEK Athen. 

2) EC der Pokalsieger (Saporta Cup) und Korac Cup

Auch im zweiten europäischen Wettbewerb setzte Vorwärts Leipzig das erste Ausrufezeichen. Der DDR-Pokalsieger erreichte unter Trainer Herbert Lori 1968 das Halbfinale (57:58 und 76:98 gegen Slavia Prag). Zwanzig Jahre später erreichte 1988 Bayer Leverkusen unter Trainer John Kelly das Halbfinale im EC der Pokalsieger (74:97 und 97:80 gegen Joventut Badalona). 1995 schrieb ALBA BERLIN als erster deutscher Europapokalsieger Basketball-Geschichte. Die Berliner gewannen unter Trainer Svetislav Pesic sensationell den bis dahin ausschließlich von namhaften Vertretern aus Italien, Spanien, Jugoslawien, Frankreich und Griechenland dominierten Korac Cup. Nachdem Berlin mit 34 Punkten von Sasa Obradovic im Final-Hinspiel in Mailand ein 87:87 erkämpft hatte, gelang vor 10.000 Zuschauern in der Berliner Deutschlandhalle im Rückspiel mit 34 Punkten von Teoman Alibegovic der entscheidende 85:79–Sieg über Stefanel Mailand (hier dazu die Doku "Der Höhenflug der Albatrosse). 

2000 erlebte der europäische Vereinsbasketball eine folgenschwere Zäsur: Angeführt von den damals tonangebenden Spitzenteams aus Spanien und Italien gründeten zwanzig Topclubs eine eigene „EuroLeague“ und ab 2002 auch einen eigenen zweiten europäischen Wettbewerb (ULEB Cup). Die bis dahin geltende klassische Europapokal-Struktur der FIBA mit EC der Landesmeister, EC der Pokalsieger und Korac Cup war damit hinfällig. Alle Versuche, diese Spaltung des europäischen Vereinsbasketballs zu überwinden, sind bislang gescheitert.

3) EuroLeague

Die FIBA setzte den abtrünnigen Clubs die „SuproLeague“ entgegen, musste dieses Projekt jedoch nach der Insolvenz ihres Vermarkters ISL nach nur einer Saison 2001 aufgeben. Danach hatte die EuroLeague leichtes Spiel, sich quasi aus dem Stand als die neue „Königsklasse“ in Europa zu etablieren. Bamberg (2006, 2013 und 2016) und Berlin (2009, 2013 und 2015) sowie München (2014) erreichten mehrfach die TOP16 dieser neuen EuroLeague. Gegen die finanziell zumeist deutlich überlegene Konkurrenz dauerte es jedoch zwanzig Jahre, bis mit Bayern München erstmals ein deutscher Club in der mittlerweile mit 18 Klubs eingleisigen EuroLeague den Sprung in die Playoffs (Viertelfinale) schaffte – und das unter Trainer Andrea Trinchieri gleich zweimal in Folge: 2021 gaben sich die Münchener in einer hochdramatischen Serie gegen Armani Mailand erst im fünften Spiel 2:3 geschlagen. 2022 scheiterten die Bayern am FC Barcelona, zwangen aber auch diesen großen Favoriten in einer Serie best-of-five über die volle Distanz von fünf Spielen.

4) EuroCup (ULEB Cup)

Als Unterbau der neuen Topliga richtete die EuroLeague den ULEB Cup ein, der 2008 nach Differenzen mit der ULEB (Union europäischer Basketball Ligen) zum EuroCup wurde. Die bisher größten deutschen Erfolge in diesem EuroCup, dessen Gewinner in die EuroLeague aufsteigt, landete ALBA BERLIN, das zweimal ins Finale einzog. 2010 scheiterten die von Luka Pavicevic trainierten Berliner im Final Four von Vitoria (Spanien) nach einem 77:70 im Halbfinale über Bilbao im Finale mit  44:67 an Valencia. 2019 hieß der Finalgegner erneut Valencia und triumphierte im Playoff-Modus 2:1 (89:75, 92:95, 89:63) über die von Aito Garcia Reneses trainierten Berliner. Bayern München scheiterte 2018 im EuroCup-Halbfinale mit 0:2 (74:76 und 83:87) am späteren Cup-Gewinner Darüssafaka Istanbul. 

5) Champions League (und Vorläufer)

Der höchste von der FIBA seit 2002 unter wechselnden Bezeichnungen organisierte europäische Wettbewerb wurde in den ersten Jahren von vielen europäischen Topligen ignoriert. An der 2010 von der BG Göttingen gewonnenen EuroChallenge beteiligten sich z. B. nur zwei Clubs aus Italien und der Türkei. Spanien, Griechenland, Israel, Litauen und die Adria-Liga entsandten gar keine Teilnehmer. Die von John Patrick trainierten Göttinger bezwangen beim Final Four vor 3.700 Zuschauern in der Göttinger Lokhalle im Finale Krasnye Krylia Samara/Russland 83:75. Erst die 2016 gegründete Champions League (BCL) stellt – mit namhaften Teilnehmern aus allen europäischen Ligen - wieder eine echte Alternative zumindest zum EuroCup dar. Nach Bamberg (2019) und Ludwigsburg (2018 und 2022) erreichten 2023 auch die Telekom Baskets Bonn das Final Four dieser neuen BCL und holten sich unter dem als Trainer des Jahres ausgezeichneten Tuomas Iisalo vor 11.000 Zuschauern in Malaga ihren ersten Titel. Im Halbfinale schlugen die Bonner den Gastgeber Malaga mit 21 Punkten von TJ Shorts 69:67. Auch im 77:70 gegen Hapoel Jerusalem gewonnenen Finale war der als MVP der Saison und des Final Fours ausgezeichnete Shorts mit 29 Zählern der Topscorer.

6) FIBA Europe Cup

Der von der FIBA von 2003 bis 2007 ausgerichtete und 2016 als Unterbau zur Champions League wiederbelebte vierte europäische Wettbewerb richtet sich an Clubs, die keinen Platz in den drei großen Wettbewerben finden.
2004 gewann der Mitteldeutsche BC diesen FIBA Europe Cup. Der von Henrik Dettmann trainierte MBC gewann das Finale im türkischen Izmir vor 1.000 Zuschauern 84:68 gegen JDA Dijon/Frankreich.
2016 setzten sich die FRAPORT SKYLINERS unter Trainer Gordon Herbert beim Final Four des FIBA Europe Cups im französischen Chalon im Finale vor 5.000 Zuschauern 66:62 gegen Varese/Italien durch. 
2024 konnten sich die NINERS Chemnitz als drittes deutsches Team den Titel im FIBA Europe Cup sichern. Nach einem 85:74 Heimsieg im Final-Hinspiel gegen Bahcesehir College/Türkei, verloren die Chemnitzer das Rückspiel vor über 11.000 Zuschauenden zwar nach Verlängerung mit 105:95. In Summe konnten sie sich somit aber mit 180:179 durchsetzen und den ersten Titel ihrer Vereinsgeschichte feiern. Kaza Kajami-Keane wurde zusätzlich mit dem MVP Titel des wertvollsten Spielers der Finalspiele geehrt.