Zu keinem Zeitpunkt konnte man Titelverteidiger ALBA BERLIN im Halbfinale um den Beko BBL-Pokal abschreiben, doch am Ende konnten die ausgeruhten Bamberger ihre Klasse besser ausspielen: Mit einem 86:65 (44:30) zogen die Brose Baskets ins Finale beim Beko BBL TOP FOUR 2015 ein.
Handlung: Von Anfang an machte Bamberg in der ausverkauften Oldenburger EWE Arena defensiv viel Druck und konnten den Berlinern so das Leben schwer machen: Die Albatrosse waren in der Verteidigung dagegen oftmals den entscheidenden Schritt zu langsam und konnten sich nur mit Fouls helfen. Allerdings: die Bamberger trafen zu sicher von der Freiwurflinie, als dass dieses Spiel ein Nachteil für die Brose Baskets gewesen wäre. Ein spektakulärer Dunk von Trevor Mbakwe brachte die Franken erstmals zweistellig in Führung (16:6, 6.), weckte ALBA allerdings auch auf: Bis zum Ende des ersten Viertels verkürzten die Berliner den Rückstand auf 16:22.
Im zweiten Viertel gelang es dem Titelverteidiger von der Spree, sich nach und nach an die Franken heranzukämpfen. Doch kaum hatte Leon Radosevic das 28:32 aus Sicht der Berliner erzielt, sorgten zwei Dreier von Bradley Wanamaker und Ryan Thompson wieder für eine komfortable 38:28-Führung der Brose Baskets. Beim Stand von 44:30 für Bamberg ging es in die Halbzeitpause.
In der Kabine schien Sasa Obradovic die richtigen Worte für seine Mannschaft gefunden zu haben, denn Berlin kam mit einem 14:2-Run aus der Kabine und konnte sich bis auf zwei Punkte an die Bamberger herankämpfen. Doch nach den Freiwürfen von Jamel McLean zum 44:46 aus ALBA-Sicht fingen sich die Franken wieder: Angeführt vom überragenden Wanamaker legten sie einen 10:1-Run auf das Parkett und beendeten das Viertel mit einem Slam von Mbakwe über Radosevic (62:53, 30.).
Der Widerstand der Albatrosse war damit gebrochen: die Berliner, bei denen Topstar Reggie Redding erst kurz vor Ende des dritten Viertels seine ersten Zähler markieren konnte, mussten nun der hohen Belastung der letzten Wochen sichtbar Tribut zollen und konnten den frischer wirkenden Bambergern nichts mehr entgegensetzen, die am Ende verdient in das Pokalfinale einzogen.
Hauptdarsteller: Bradley Wanamaker zeigte sich im Halbfinale entschlossener als Liam Neeson in der gesamten „Taken“-Reihe: 22 Punkte markierte der Brose Baskets-Point Guard, klaute dazu noch drei Bälle. Offenbar ist der MVP des Beko BBL-ALLSTAR Day auf den Geschmack gekommen...
Showdown: Akeem Vargas sah sich irgendwann einer Aufgabe gegenüber, bei der sogar Bruce Willis im „Armageddon“-Modus dankend abgewunken hätte: Einerseits seine Mannschaft zum Sieg führen, andererseits noch irgendwie Brad Wanamaker unter Kontrolle zu halten. Der Berliner Kettenhund musste dann auch irgendwann einsehen, dass es an diesem Tag kein Mittel gegen Bambergs Guard gab.
Zahlen zum Film: Eigentlich sind die Albatrosse von der Dreierlinie echte Scharfschützen: 38,3 Prozent sind der drittbeste Wert ligaweit. Doch gegen Bamberg gab es mehr Fahrkarten als bei „Eisenbahn-Romantik“: Am Ende standen magere 13 Prozent von außen für Berlin zu Buche – Bamberg kam auf 36 Prozent Trefferquote.
Bester Nebendarsteller: Jonas Wohlfarth-Bottermann war die Schlüsselfigur in der Aufholjagd der Berliner im dritten Viertel. Der Center kam am Ende auf zehn Punkte und immerhin zwei Rebounds.
Outtakes: Berlin verpasst durch die Niederlage zum ersten Mal seit 2012 das Pokalfinale. Damit gibt es auch einen neuen Pokalsieger – in den letzten beiden Spielzeiten ging ALBA als Sieger aus dem Beko BBL TOP FOUR hervor.
Fortsetzung folgt: Die Brose Baskets stehen damit im Finale um den Beko BBL Pokal (morgen, 14 Uhr, live im ZDF). ALBA BERLIN tritt zuvor im Spiel um Platz drei an (morgen, 11 Uhr, live auf telekombasketball.de).
Trailer: Highlights und Spielzusammenfassungen zu dieser und allen anderen Partien gibt es bei Beko-BBL.tv.

















