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Home/Newscenter/Fragenhagel der Fans: Unantastbare Bayern, Mike Taylor in Jena, Michael Rataj in Berlin und was lief bei den Löwen falsch?

Kochs NachschlagFragenhagel der Fans: Unantastbare Bayern, Mike Taylor in Jena, Michael Rataj in Berlin und was lief bei den Löwen falsch?

17. April 2026

Wir gehen in die Schlussphase der Hauptrunde, und damit ist es Zeit für den zweiten Fragenhagel in dieser Saison. Vielen Dank für eure Einsendungen.

Siehst Du die Bayern immer noch so unantastbar, wie es viele vor der Saison gedacht haben?

Nein, die Bayern sind nicht so unantastbar wie gedacht. Dafür gibt es verschiedene Gründe, von denen die wichtigsten – wie so häufig – auf der personellen Ebene liegen. Die Verletzung vom als Schlüsselspieler eingeplanten Rokas Jokubaitis war dabei nicht der einzige, aber der größte Schlag ins Kontor. Die mit viel medialem Interesse und großen Erwartungen verbundene Verpflichtung von Spencer Dinwiddie erwies sich nur als Intermezzo, das keine Früchte trug. Die anfänglich große Wirkung des Trainerwechsels verpufft zusehends. Das Ende der EuroLeague bedeutet zwar eine Reduzierung der Belastung, die vielen Meilen dieser kräftezehrenden Saison nehmen die Münchner dennoch mit in die Playoffs. Die Bayern sind antastbar, aber trotzdem denke ich, dass sie erneut Deutscher Meister werden. Allerdings dürfte es kein Spaziergang werden. Berlin und Bamberg sind heiß darauf, dem Favoriten ein Bein zu stellen.

Welches Team könnte in den Playoffs am ehesten überraschen?

Bamberg, Bonn und Trier haben bis dato schon mit ihrer Hauptrunde überrascht. Darf man es dann als Überraschung werten, wenn sie ihre (überraschenden) Leistungen in den Playoffs fortsetzen? Falls die Antwort auf diese Frage „ja“ lautet, dann entscheide ich mich für Bamberg und mit Abstrichen Bonn. Wenn ich in der Tabelle weiter nach hinten schaue, würde ich Vechta nennen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Niedersachsen über die Play-Ins in die Playoffs einziehen und mit ihrem starken Kader und ihrem aktuell guten Rhythmus ein sehr unangenehmer Kontrahent werden können.

Was lief in Braunschweig nach der großartigen letzten Saison derart schief, dass die Löwen jetzt Tabellenletzter sind?

Die Mannschaft verfügt weder offensiv noch defensiv über einen Anker und ist in beiden Bereichen die zweitschlechteste der Liga. Dazu fehlt die Stabilität, eine Partie über 40 Minuten ohne Schwächephasen zu bestreiten. Bereits vor dem Saisonstart war klar, dass der überraschende Erfolg der vergangenen Spielzeit, die die beste seit mehr als 20 Jahren war, nicht wiederholbar sein würde. In Sananda Fru wechselte der wichtigste deutsche Spieler ans College in die USA. Das Guard-Duo Arnas Velicka und TJ Crockett verließ den Verein ebenfalls. Zu allem Überfluss bat auch noch Headcoach Jesus Ramirez um die Auflösung seines noch zwei Jahre laufenden Vertrages. Dazu kamen erhebliche Verletzungsprobleme. Die Nachverpflichtungen haben Qualität, kamen aber wahrscheinlich zu spät, sodass der Abstieg jetzt nur noch durch ein Wunder vermieden werden kann.

Was kann der Wechsel in Jena von Björn Harmsen zu Mike Taylor bringen?

Björn Harmsen ist ein eher kopfgesteuerter Coach, während Mike Taylor deutlich emotionaler agiert. Ich gehe davon aus, dass dies der Impuls ist, auf den die Verantwortlichen nach vier Niederlagen in Serie setzen. Aber durch die Verletzung von Great Osobor und den Abgang von Eric Washington ist das Niveau im Kader überschaubar. Die Nachverpflichtungen haben diesen Qualitätsverlust nicht auffangen können. Blickt man auf die Statistiken, ist Jena nach Braunschweig die zweitschlechteste Mannschaft der Liga. Sehr wahrscheinlich wird das Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Heidelberg am vorletzten Spieltag über Klassenerhalt oder Abstieg entscheiden.

Kochs Nachschlag: Welche Rolle könnte College-Rückkehrer Michael Rataj für Berlin in den Playoffs spielen?

Diesbezüglich bin ich mit einer Prognose vorsichtig. Der Berliner Spielstil und die damit verbundenen Automatismen unterscheiden sich stark vom System anderer Mannschaften. Rataj muss sich in kurzer Zeit sportlich und auch menschlich in eine Gruppe einfinden, für die Zusammenhalt und Teamspirit eine besondere Bedeutung haben. Aber Minuten wird der 22-Jährige auf jeden Fall erhalten. Schaut mal in seine Highlights rein. Einerseits hat die wortgetreue Übersetzung einen hohen Unterhaltungswert, andererseits gewinnt ihr einen Eindruck vom Spiel des Ex-Ulmers. Da sind auch einige feine Pässe dabei. Wir wollen ihn aber nicht gleich einen Luke Sikma nennen, und es muss auch abgewartet werden, wie er seine Stärken am College in der Bundesliga gegen Profis zur Geltung bringen kann.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".