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Home/Newscenter/Ein Glücksfall für die Bayern und die Liga: Identifikationsfigur Andi Obst verlängert bis 2029

Kochs NachschlagEin Glücksfall für die Bayern und die Liga: Identifikationsfigur Andi Obst verlängert bis 2029

11. März 2026
Er ist der beste deutsche Basketballer, der nicht in der NBA seine Brötchen verdient. Andreas Obst ist schon jetzt eine Ikone beim FC Bayern Basketball und im Kosmos des amtierenden Welt- und Europameisters. Mittlerweile steht fest, dass der 29-Jährige dem Deutschen Meister und damit auch unserer Liga bis 2029 erhalten bleibt. Das ist eine großartige Nachricht, denn die Attraktivität einer Liga wird entscheidend von der Qualität und Strahlkraft ihres spielenden Personals bestimmt. Andi Obst ist nicht nur der aktuelle und zukünftige Franchise Player der Bayern, sondern auch die größte Identifikationsfigur der easyCredit BBL. Der spektakuläre Shooter, der einst von seinem Heimatverein USV Halle über den Wechsel 2011 in das Bamberger Ausbildungsprogramm in die Basketball-Karriere startete, ist ein nahbarer Star ohne Allüren und damit ein perfektes Vorbild für die Jugend.

Er ist der beste deutsche Basketballer, der nicht in der NBA seine Brötchen verdient. Andreas Obst ist schon jetzt eine Ikone beim FC Bayern Basketball und im Kosmos des amtierenden Welt- und Europameisters. Mittlerweile steht fest, dass der 29-Jährige dem Deutschen Meister und damit auch unserer Liga bis 2029 erhalten bleibt. Das ist eine großartige Nachricht, denn die Attraktivität einer Liga wird entscheidend von der Qualität und Strahlkraft ihres spielenden Personals bestimmt. Andi Obst ist nicht nur der aktuelle und zukünftige Franchise Player der Bayern, sondern auch die größte Identifikationsfigur der easyCredit BBL (die sich zu Recht "Liga der Sieger" nennen darf, auch wenn nicht mehr viele Akteure der Goldenen Generation dort spielen). Der spektakuläre Shooter, der einst von seinem Heimatverein USV Halle über den Wechsel 2011 in das Bamberger Ausbildungsprogramm in die Basketball-Karriere startete, ist ein nahbarer Star ohne Allüren und damit ein perfektes Vorbild für die Jugend.

Die Entwicklung zum kompletten Spieler

Vor zehn Jahren habe ich mich das erste Mal intensiver mit Andreas Obst und seinem Spiel beschäftigt. Mir fielen sofort zwei Dinge auf; zum einen wie locker und natürlich seine Motorik und sein kompletter Bewegungsablauf beim Wurf waren (auch mit links übrigens, wie hier zu bestaunen ist), zum anderen sein Selbstvertrauen, das ihm gestattete, auch nach drei Fehlwürfen einen Dreier aus vollem Lauf im Fast Break hinterherzusetzen. Damals war für mich nicht absehbar, dass er ein Topspieler im europäischen Basketball werden würde. Er hat es geschafft, weil er wie kaum ein Zweiter seinen enormen Arbeitsumfang sowohl mit Seriosität als auch mit Lockerheit angeht. Obst verkrampft nicht oder verliert die Contenance, wenn Dinge auf Anhieb nicht funktionieren. So beschreibt ihn jedenfalls Stefan Weissenböck, der mit ihm in seiner Bamberger Zeit und auch danach zusammengearbeitet hat. Der Scharfschütze hat seinem Spiel nicht nur neue Facetten wie den starken Drive über die linke Hand hinzugefügt, sondern er hat diese Elemente auch kontinuierlich geschliffen und poliert. Mittlerweile ist er der Mittelpunkt der Münchner Offensive und ein Akteur, von dessen Qualitäten alle Mitspieler profitieren. Mir fällt auf Anhieb kein anderer Spieler ein, der sich Jahr für Jahr so verbessert hat. Dennoch ist der Wurf immer noch die Speerspitze seines erweiterten Werkzeugkastens. Aber auch an ihm hat er gefeilt, sodass er ihn sich mittlerweile auch im direkten Duell aus dem Dribbling kreieren kann. Seine elf Dreier in einem Spiel im November 2024 gegen den FC Barcelona sind Rekord in der europäischen Königsklasse (hier im Video). Kein Spieler trifft in dieser Saison häufiger von Downtown, und wenn man die Schwierigkeit seiner Würfe bedenkt, ist seine Quote von 40,2 Prozent in der Euroleague ein exzellenter Wert für den Münchner Topscorer (15,5 Punkte pro Begegnung).

Die Bedeutung der Vertragsverlängerung für die Bayern

All das hat die Euroleague-Konkurrenz der Bayern genau verfolgt. So war es keine Überraschung, dass das Interesse an Obst aufgrund des Vertragsendes im Sommer groß war. Mindestens 1,5 Millionen Euro pro Saison war der kolportierte Marktwert. Es gab immer wieder Wasserstandsmeldungen aus der bayrischen Landeshauptstadt, die darauf hindeuteten, dass es gelingen würde, den wichtigsten Spieler im Team zu halten, aber die Gerüchte um einen möglichen Wechsel verstummten trotzdem nicht. Am Montag wurde es mit der offiziellen Pressemitteilung amtlich: Andi Obst bleibt bis 2029 in München. Für die Bayern ist diese Personalie aus verschiedenen Gründen enorm wichtig. Die Verlängerung eines in der Euroleague heiß begehrten Spielers untermauert die Ambitionen, wie im Fußball in die absolute kontinentale Spitze vorzustoßen. Nachdem der Klub in Isaac Bonga (2024 zu Partizan Belgrad) und Nick Weiler-Babb (2025 zu Anadolu Efes Istanbul) in jüngster Vergangenheit zwei deutsche Ausnahmespieler ziehen lassen musste, war die Verlängerung mit Obst fast schon Pflicht. Adrian Sarmiento und Dragan Tarlac, die Nachfolger von Marko Pesic in der Geschäftsführung, konnten damit gleichzeitig auch eine für ihre Reputation wichtige Duftmarke setzen.  

Kochs Nachschlag

Andi Obst ist Welt- und Europameister, hat dazu 2022 EM-Bronze gewonnen, ist vierfacher Deutscher Meister (2015, 2016, 2024, 2025) und zweifacher Pokalsieger (2023, 2024) und wurde zuletzt von den großen europäischen Klubs umworben. Trotzdem wird in der deutschen Basketball-Community immer wieder gerne diskutiert: Könnte er auch in der NBA spielen? Nach dieser Vertragsverlängerung bis 2029 ist es unwahrscheinlich, dass wir hierauf noch eine faktische Antwort erhalten werden. Denn ein Wechsel des gebürtigen Hallensers nach Nordamerika mit dann 33 Jahren ist relativ unwahrscheinlich. Aber wie alle (vermeintlichen) Basketballexperten habe ich dazu eine hypothetische Meinung. Ich glaube, dass der Bayern-Star auch in der NBA auflaufen könnte. Es gibt Menschen, die diese Einschätzung mit der Einschränkung versehen, dass es sich um ein „europäisch strukturiertes“ Team wie die Spurs unter Gregg Popovich handeln müsse. Das würde Obst vermutlich helfen, wäre für mich aber nicht zwingend nötig, weil er längst mehr ist als ein Pick-Shooter. Er kann mittlerweile 1-1 Akzente setzen, die ihm selbst und seinen Teamkollegen Optionen schaffen. 

Manchmal höre ich auch die Aussage, dass Sarunas Jasikevicius und Milos Teodosic bessere Euroleague-Spieler als Obst gewesen seien und es in der NBA nicht geschafft hätten. Was bedeutet nicht geschafft? Jasikevicius erzielte in 138 Partien der Regular Season 6,8 Punkte pro Spiel, und Teodosic steuerte in seiner ersten Saison mit den Clippers 9,5 Punkte und 4,6 Assists bei. Der entscheidende Faktor ist aber, dass der Litauer und der Serbe Point Guards waren. Auf dieser Position braucht man elitären Speed, um in der NBA bestehen zu können. Darauf ist Andi Obst als Shooting Guard nicht in gleichem Maße angewiesen. Auch deshalb denke ich, dass er dort spielen könnte. Für einen Werfer seines Kalibers sollte sich ein Platz im Roster finden lassen! Alle Zweifler sollten sich noch einmal das WM-Halbfinale gegen die USA anschauen, in dem Obst 24 Punkte und sechs Rebounds auflegte und seinen legendären Clutch-Dreier gegen Tyrese Haliburton traf (Video oben).

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".