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Home/Newscenter/Erstes Playoff-Duell zwischen Bonn und Würzburg – Der Vierte gegen den Fünften als traditionell engste Viertelfinal-Serie

VorberichteErstes Playoff-Duell zwischen Bonn und Würzburg – Der Vierte gegen den Fünften als traditionell engste Viertelfinal-Serie

14. Mai 2026
Nur einen Sieg mehr hatten die Telekom Baskets Bonn nach 34 Hauptrundenspieltagen gegenüber den Fitness First Würzburg Baskets, doch dieser macht jetzt den entscheidenden Unterschied beim Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale. Bonn (21-13) hat diesen nun in den ersten beiden Partien sowie einem möglichen fünften Spiel, Würzburg (20-14) muss also mindestens eine Begegnung „klauen“, um ins Halbfinale einziehen zu können. Die Chancen stehen historisch nicht schlecht: Seit der Saison 2000/2001, seit der sich auch der Tabellenfünfte direkt für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert, haben diese immerhin in elf von 24 Duellen gegen den Vierten gewonnen – darunter in den vergangenen drei Saisons. Anno 2023/2024 gelang dies Würzburg gegen Ulm schon einmal. Spannung ist also garantiert, zumal ganze neun Serien zwischen dem Vierten und Fünften über die volle Länge von fünf Spielen gingen.

Stand: Telekom Baskets Bonn (4) – Fitness First Würzburg Baskets (5) 0 - 0

Status Quo: Nur einen Sieg mehr hatten die Telekom Baskets Bonn nach 34 Hauptrundenspieltagen gegenüber den Fitness First Würzburg Baskets, doch dieser macht jetzt den entscheidenden Unterschied beim Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale. Bonn (21-13) hat diesen nun in den ersten beiden Partien sowie einem möglichen fünften Spiel, Würzburg (20-14) muss also mindestens eine Begegnung „klauen“, um ins Halbfinale einziehen zu können. Die Chancen stehen historisch nicht schlecht: Seit der Saison 2000/2001, seit der sich auch der Tabellenfünfte direkt für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert, haben diese immerhin in elf von 24 Duellen gegen den Vierten gewonnen – darunter in den vergangenen drei Saisons. Anno 2023/2024 gelang dies Würzburg gegen Ulm schon einmal. Spannung ist also garantiert, zumal ganze neun Serien zwischen dem Vierten und Fünften über die volle Länge von fünf Spielen gingen.

Die besondere Brisanz: Dabei hatten die Franken alles getan, um im Hauptrundenschlussspurt noch an den Rheinländern vorbeizuziehen, und gewannen ihre letzten drei regulären Partien, zuletzt mit 75:58 gegen Ludwigsburg. Doch auch wenn die Rheinländer ihr letztes Hauptrundenspiel gegen Bamberg mit 83:102 verloren, der vierte Platz war ihnen nicht mehr zu nehmen. Damit schlossen die Telekom Baskets die Hauptrunde um satte zehn Plätze besser ab als in der Vorsaison, in der sie nur auf dem 14. Rang gelandet waren und die Playoffs deutlich verpasst hatten. Würzburg hat sich dagegen in den vergangenen Jahren als Playoff-Team etabliert und lässt nach den Platzierungen fünf (Saison 2023/2024) und sechs (2024/2025) nun erneut den fünften Platz folgen.

Was wir bisher gelernt haben: Bonn trotzt mit seiner Tabellenpositionierung schlechten Statistikwerten (siehe Zahlen, bitte), die Würzburger der Tatsache, dass sie regelmäßig nach der Saison ihren MVP verlieren und stattdessen jedes Jahr einen neuen Go-to-Guy auf der Spielmacherposition präsentieren (siehe Duell im Fokus).

Duell im Fokus: Grayson Murphy ist der effektivste Spieler aufseiten der Telekom Baskets und der zweitbeste Vorlagengeber der Liga. 10,2 Punkte, 4,6 Rebounds, 6,4 Assists und 1,9 Steals sammelt der Point Guard in 25:13 Minuten pro Partie (Effektivität 15,1). Unterstützung im Backcourt erfährt Murphy seit 15 Spielen von Jalen Finch, der mit 13,7 Punkten pro Partie Bonns Topscorer ist. Dazu kommen 1,8 Rebounds und 3,0 Assists (Effektivität 12,4).

Traditionell stark besetzt im Spielaufbau sind seit Jahren die Franken, die mit den Playmakern Jhivvan Jackson (2025) und Otis Livingston II (2024) zuletzt gleich zweimal den MVP der Liga stellten, nachdem die vorherigen MVP-Awards in TJ Shorts (2023) und Parker Jackson-Cartwright (2022) an zwei Bonner Guards gingen. In dieser Saison bewarb sich lange Marcus Carr um diese Auszeichnung, schaffte es am Ende aber nicht unter die ersten Drei. Dafür ist er mit 17,3 Punkten pro Partie Würzburgs bester Korbjäger der Hauptrunde, dicht gefolgt von seinen Guard-Kollegen Davion Mintz (16,4 PPG), der laut Sportando nach der Saison in die EuroLeague zu Dubai wechseln wird, und Brae Ivey (11,5). Zusammen verteilen sie 12,3 Assists pro Spiel, sodass dieses Trio Herz und Seele des Würzburger Teams ist. Auch wenn erstmals seit der Saison 2020/2021 der MVP-Award nicht an einen Würzburger oder Bonner Guard ging, muss aufgrund der oben gelisteten Namen niemand ein Prophet sein, um zu wissen, dass die Serie zwischen Bonn und Würzburg (voraussichtlich) auf den kleinen Positionen entschieden wird.

Zwischen Würzburg (rote Trikots) und Bonn könnte sich eine umkämpfte Serie entwickeln. (Foto: Moritz Hartmann)

Zahlen, bitte: Die Telekom Baskets sind schon ein Kuriosum diese Saison, was das Werfen an sich angeht – und das wird besonders im Vergleich mit Würzburg deutlich:

Bonn nimmt 28,0 Dreier pro Spiel, netzt davon aber nur 27,2 Prozent ein (mit Abstand der schlechteste Wert der Liga). Würzburg nimmt nur 25,7 Dreier pro Spiel (ligaweit am zweitwenigsten), netzt davon aber 35,8 Prozent. Bonn trifft außerdem auch von der Linie mit 65,8 Prozent schlechter als jedes andere Team der Liga (Würzburg: 76,3 FT%).

Warum die Mannen von Trainer Marko Stankovic trotzdem so gut nach der Hauptrunde dastehen? Weil sie mehr Offensivrebounds abgreifen als jedes andere BBL-Team (im Schnitt 15,5 / Würzburg: 10,9) und außerdem die zweitwenigsten Ballverluste haben (12,2 / Würzburg: 14,0). Das führt dazu, dass Bonn die meisten Würfe aus dem Feld nimmt (pro Spiel 69,1), Würzburg nimmt dagegen mit 61,6 ligaweit am wenigsten, da Sasa Filipovski gerne die Shotclock melkt. Bonn ließ bisher 80,3 Punkte pro Spiel (45,0 FG%) zu, Würzburg 80,2 (44,2).

Die Saisonduelle: Repräsentativ oder nicht, aber für ein bisschen Gesprächsstoff an der Theke wird’s schon reichen: Die direkten Aufeinandertreffen während der regulären Spielzeit gingen jeweils an die Gastmannschaft. Würzburg setzte sich gleich zum Saisonauftakt mit 72:61 auf dem Hardtberg durch, die Magentafarbenen indes entführten im Frühjahr ein 87:81 aus dem Frankenland. 

Wie viel ist in der nun bevorstehenden Serie der Heimvorteil wirklich wert?

Die ewige Bilanz: 28-mal standen sich Bonn und Würzburg bislang gegenüber, 16 Spiele entschieden die Franken für sich. Es ist nun das erste Mal, dass beide Klubs in den Playoffs die Klingen kreuzen, auch im Pokal gab es noch kein Aufeinandertreffen. Es ist also das erste Duell auf großen Bühne, das vor allem die seit vielen Jahren bestehende Fan-Freundschaft beider Lager auf eine Belastungsprobe stellt.

Meilensteine: Joel Aminu (Bonn) fehlen noch 29 Punkte bis 1.000.

Michael Kessens (Bonn) fehlen noch sechs Defensiv-Rebounds bis 750.

Jeff Garrett (Bonn) fehlen noch zwei Defensiv-Rebounds bis 500.

Im Blick des Bundestrainers: In Bonn hat Joel Aminu eine sehr solide Hauptrunde absolviert und ist mit 9,6 Punkten, 2,9 Rebounds und 2,3 Assists pro Spiel einer der Leistungsträger im Gefüge der Telekom Baskets – und damit auch interessant für Alex Mumbru? Aminu (zwei Länderspiele) war zuletzt im Februar für den erweiterten Kader der A-Nationalmannschaft nominiert, verpasste aber beide Partien gegen Kroatien krankheitsbedingt. Patrick Heckmann, der zwischen 2011 und 2021 34 Spiele für die DBB-Auswahl absolviert hat, wird mit 34 Jahren wohl kein Comeback mehr in der deutschen Auswahl geben, es ist aber erwähnenswert, welchen dritten Frühling er in Bonn erlebt.

Bemerkenswert: Bonn startet neben Aufbau Grayson Murphy und Power Forward Jeff Garrett Jr. mit den drei aktuellen bzw. ehemaligen DBB-Nationalspielern Heckmann, Aminu und Mike Kessens (vier Länderspiele).

Alte Bekannte: Da derzeit parallel die ProA-Playoffs laufen und sich dort entscheidet, wer den sportlichen Aufstieg in die easyCredit BBL realisiert, werfen wir einen kleinen Blick zurück. Anno 2024 standen sich Melvin Jostmann (Bonn) und David Muenkat (Würzburg) im ProA-Finale gegenüber. Seinerzeit setzte sich Jostmann mit Karlsruhe - die Löwen waren als Hauptrundensiebter in die Postseason gestartet - sensationell gegen Muenkat und Frankfurt durch.

Lesen bildet I: Wie viel ist Erfahrung in den Playoffs wert? Das werden wir sehen. In Patrick Heckmann steht jedenfalls einer der dienstältesten Akteure unserer Liga in Bonner Reihen. Im Gespräch mit dem General-Anzeiger machte der Routinier nun keinen Hehl daraus, dass die Verteidigung zum Zünglein an der Waage werden kann.

Lesen bildet II: Auch Stefan Koch hat sich in seiner Kolumne „Kochs Nachschlag“ mit den diversen Playoff-Serien beschäftigt und auch einen Blick auf das rheinisch-fränkische Duell gewagt.

Am Rande der Bande I: Zach Cooks setzte bei Bonn zuletzt als siebter ausländischer Profi aus.

Am Rande der Bande II: Durch den Playoff-Einzug haben beide Mannschaften bereits die sportliche Qualifikation für die Saison 2026/2027 in der Tasche. Nun bescheinigte der Lizenzligaausschuss zudem, dass sowohl Bonn als auch Würzburg die Standards abseits des Parketts ohne Auflagen oder Bedingungen erfüllen.

In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Aus nächster Nähe durfte Würzburgs Assistenztrainer Dejan Mihevc im vergangenen Sommer betrachten, wie gut sich der deutsche Basketball entwickelt hat. Dem 47-Jährigen ist das ja ohnehin bewusst, schließlich ist er schon seit 2022 an der Seite von Sasa Filipovski in der Liga unterwegs. Mihevc ist nebenbei aber auch Assistenztrainer der slowenischen Nationalmannschaft. Die wehrte sich im Viertelfinale der Basketball-Europameisterschaft nach Kräften, musste sich schließlich aber mit 91:99 geschlagen geben. Für Slowenien endete das Turnier, für Deutschland gab es zwei Spiele später Gold. Mihevc weiß: German Basketball is mad sexy!

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Samstag, den 16.05.2026, ab 20:15 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Als Kommentator ist Chris Schmidt im Einsatz.