ALBA BERLIN logo
FC Bayern München logo
MHP RIESEN Ludwigsburg logo
ratiopharm ulm logo
EWE Baskets Oldenburg logo
HAKRO Merlins Crailsheim logo
Hamburg Towers logo
Brose Bamberg logo
Basketball Löwen Braunschweig logo
medi bayreuth logo
FRAPORT SKYLINERS logo
BG Göttingen logo
Telekom Baskets Bonn logo
NINERS Chemnitz logo
SYNTAINICS MBC logo
s.Oliver Würzburg logo
JobStairs GIESSEN 46ers logo
MLP Academics Heidelberg logo
Home/Newscenter/Alle gegen Berlin und Bayern: Könnte ein Allstar-Kader der 16 anderen Clubs die Euroleague-Teams knacken?

Kochs NachschlagAlle gegen Berlin und Bayern: Könnte ein Allstar-Kader der 16 anderen Clubs die Euroleague-Teams knacken?

03. Dezember 2021
Na klar, die besten Spieler der Liga stehen bei den beiden Euroleague-Vertretern aus Berlin und München unter Vertrag. Die Bayern sind aktuell Tabellenführer, verbuchen nach acht Spieltagen aber schon zwei Niederlagen auf dem Konto. Der amtierende Meister Berlin hat bereits drei Begegnungen verloren, so dass angesichts dieser Bilanzen der Begriff „Dominanz“ unangebracht ist. Aber letztendlich gibt es trotzdem kaum Zweifel, dass in den Playoffs München und Berlin vom Rest der Liga in einer Serie nicht zu schlagen sein dürften.

Na klar, die besten Spieler der Liga stehen bei den beiden Euroleague-Vertretern aus Berlin und München unter Vertrag. Die Bayern sind aktuell Tabellenführer, verbuchen nach acht Spieltagen aber schon zwei Niederlagen auf dem Konto. Der amtierende Meister Berlin hat bereits drei Begegnungen verloren, so dass angesichts dieser Bilanzen der Begriff „Dominanz“ unangebracht ist. Aber letztendlich gibt es trotzdem kaum Zweifel, dass in den Playoffs München und Berlin vom Rest der Liga in einer Serie nicht zu schlagen sein dürften.

Aber was wäre, wenn wir die besten BBL-Spieler aller anderen Teams zu einer dritten Supermannschaft vereinigen könnten? Hätte diese Truppe eine Chance? Ich bin an die Arbeit gegangen und habe mein persönliches Team zusammengestellt. Einzige Voraussetzung: Entsprechend den Liga-Regeln dürfen maximal sechs Ausländer in meinem Zwölferkader stehen.

Point Guards

Ja, ich nominiere mit T.J. Shorts (1,75 Meter, 73 Kilo) und Parker Jackson-Cartwright (1,80 Meter, 77 Kilo) zwei der Leichtbauweise zuzuordnende Spielmacher für meine Mannschaft. Was die beiden offensiv leisten, ist aber so grandios, dass ich die durchaus zu erwartenden defensiven Probleme in Kauf nehme. Beide erzielen im Schnitt 18,6 Punkte und sind der beste (Shorts, 7,9 Assists) und drittbeste (Jackson-Cartwright 7,3 Assists) Vorbereiter der Liga. Mit ihrem elitären Speed sezieren sie regelmäßig die gegnerischen Verteidigungen. Diese Fähigkeit zur Penetration hat auch mein dritter Point Guard, der zudem ein exzellenter Pick-and-Roll-Spieler ist und mit seiner Physis und Länge defensiv das einbringt, was den beiden anderen Spielmachern ein wenig fehlt. Justus Hollatz (1,94 Meter, 94 Kilo) ist zurecht die größte deutsche Hoffnung auf dieser Position. Der Hamburger Nationalspieler komplettiert das Einser-Trio.

Shooting Guards und Small Forwards

Zwei Deutsche und zwei Ausländer, so lautet meine Entscheidung auf den Flügelpositionen. Ich habe Karim Jallow gewählt, obwohl er nach seinem Wechsel von Braunschweig nach Ulm noch nicht an die tolle Form der Vorsaison anknüpfen kann, was sich vor allem in einer ganz schwachen Dreierquote (7,1 Prozent!) niederschlägt. Trotzdem ist er für mich aufgrund seiner Energie, Verteidigung und der Qualitäten im Fast-Break gesetzt. Robin Amaize spielt sich derzeit an Jallows alter Wirkungsstätte frei, weil er an langer Leine sein ganzes Repertoire zur Geltung bringen kann, was sich aktuell darin zeigt, dass er mit 14,9 Punkten zweitbester deutscher Scorer der Liga ist. Caleb Homesley (15,0 PPG, 2,6 APG) ist ein hochtalentierter Scorer, der aber auch über beachtliche Spielmacherqualitäten verfügt. Aus meiner Sicht ist der Linkshänder ein Spieler mit Euroleague-Potenzial. Isiaha Mike (11,5 PPG, 6,6 RPG) hätte ich auch bei den Power Forwards einsortieren können. Aber ich sehe den spektakulären Chemnitzer, der überragende Athletik mit gutem Skill-Portfolio kombiniert, als Starter – und auf der Vier habe ich Christian Sengfelder für die Rolle vorgesehen.

Power Forwards und Center

Einen Namen habe ich gerade schon verraten: Christian Sengfelder. Der Bamberger spielt eine herausragende Saison. Mehr muss ich hier an dieser Stelle nicht schreiben, denn der aktuelle Liga-Topscorer stand im Mittelpunkt des letzten Nachschlags. Ihm zur Seite stelle ich Niklas Wimberg, der alle Frontcourt-Positionen spielen kann. Entsprechend ermöglicht der variable Olympia-Teilnehmer unterschiedliche Line-ups. Fabian Bleck ist ein ultimativer Glue Guy, der sich zum Wohle des Teams zurücknimmt, aber auch nicht die Verantwortung scheut, wenn es darauf ankommt. 

Cristiano Felicio ist der höchstdekorierte Spieler dieser Mannschaft. Der Brasilianer mit NBA-Vergangenheit ist der beste Rebounder (9,9) und zweiteffektivste Spieler der Liga und trifft exakt zwei Drittel seiner Würfe. Maik Kotsar ist der dritte Hamburger im Kader. Der Linkshänder spielt physisch und ist als Pick-and-Roll-Combo mit Justus Hollatz hocheffektiv.

Mein Zwölfer-Kader auf einen Blick:

T.J. Shorts (Crailsheim), Parker Jackson-Cartwright (Bonn), Justus Hollatz (Hamburg)

Karim Jallow (Ulm), Robin Amaize (Braunschweig), Caleb Homesley (Hamburg), Isiaha Mike (Chemnitz)

Christian Sengfelder (Bamberg), Niklas Wimberg (Chemnitz), Fabian Bleck (Crailsheim)

Cristiano Felicio (Ulm), Maik Kotsar (Hamburg)

Kochs Nachschlag

Wie immer, wenn es darum geht, eine solche Mannschaft zusammenzustellen, kam es zu Härtefällen, die ich aber nicht explizit aufführen möchte. Normalerweise ziehe ich im Nachschlag ein Fazit und komme zu einer Einschätzung. Aber mit diesem Beitrag möchte ich eine Diskussionsgrundlage schaffen, an der ihr euch abarbeiten könnt. Vielleicht stellt ihr euer eigenes Team zusammen, das in Nuancen oder grundsätzlich anders aussieht als meines, und vergleicht seine Qualität mit der der Berliner und Münchener

Einen kleinen Anstoß möchte ich am Ende aber dann doch noch geben. Fast alle Spieler meines Teams waren im Sommer auf dem Markt. Trotz einem Himar Ojeda und einem Daniele Baiesi sind die Scoutingabteilungen der Euroleague-Teams natürlich nicht fehlerfrei, dennoch gilt es zu bedenken, dass keiner „meiner“ Spieler dort gelandet ist. Mit Robin Amaize verließ sogar ein Akteur einen Euroleague-Teilnehmer!

Zur Person

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei MagentaSport, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere und Sportdigital tätig, sowie als Scout für die NBA. Seine Kolumne „Kochs Nachschlag“ findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag". Außerdem produziert er gemeinsam mit Oliver Dütschke im Zweiwochentakt den Podcast „Talkin‘ Basketball“, der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist.