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Home/Newscenter/Von Kaunas bis Madrid: Wie läuft es für die acht deutschen Euroleague-Legionäre?

Kochs NachschlagVon Kaunas bis Madrid: Wie läuft es für die acht deutschen Euroleague-Legionäre?

13. Februar 2026
Acht deutsche Basketballer stehen aktuell bei ausländischen Euroleague-Clubs unter Vertrag. Davon waren in Maodo Lo, David Krämer, Isaac Bonga und Daniel Theis vier an den Titelgewinnen des amtierenden Welt- und Europameisters beteiligt. Dazu kommen noch Olympiateilnehmer Nick Weiler-Babb, Karim Jallow, Dylan Osetkowski und Sebastian Herrera. Die 28. Runde der europäischen Königsklasse wurde am Donnerstag mit dem Duell Anadolu Efes Istanbul gegen Virtus Bologna eröffnet und endet am Freitag mit der Begegnung Partizan Belgrad gegen Real Madrid. So bilden diese beiden Partien, an denen fünf deutsche Akteure beteiligt sind, die Klammer dieses Spieltags. Grund genug, einmal einen genaueren Blick auf die Situationen der Legionäre zu werfen.

Acht deutsche Basketballer stehen aktuell bei ausländischen Euroleague-Clubs unter Vertrag. Davon waren in Maodo Lo, David Krämer, Isaac Bonga und Daniel Theis vier an den Titelgewinnen des amtierenden Welt- und Europameisters beteiligt. Dazu kommen noch Olympiateilnehmer Nick Weiler-Babb, Karim Jallow, Dylan Osetkowski und Sebastian Herrera. Die 28. Runde der europäischen Königsklasse wurde am Donnerstag mit dem Duell Anadolu Efes Istanbul gegen Virtus Bologna eröffnet und endet am Freitag mit der Begegnung Partizan Belgrad gegen Real Madrid. So bilden diese beiden Partien, an denen fünf deutsche Akteure beteiligt sind, die Klammer dieses Spieltags. Grund genug, einmal einen genaueren Blick auf die Situationen der Legionäre zu werfen.

Nick Weiler-Babb (Anadolu Efes Istanbul)

Nick Weiler-Babb dürfte sich von seinem Wechsel in die Türkei eine erfolgreichere Saison versprochen haben. Aber seine Mannschaft ist eine der großen Enttäuschungen dieser Spielzeit, was nicht ausschließlich mit der Verletzungsmisere zu erklären ist. Auch der Trainerwechsel (Pablo Laso für Igor Kokoskov) blieb lange Zeit ohne sichtbare Wirkung. In den letzten Heimspielen hat die Mannschaft mit vier Siegen wieder in die Spur gefunden, ist als Vorletzter aber meilenweit von den Play-Ins entfernt. Am 30-Jährigen liegt es allerdings nicht, dass Anadolu Efes den Erwartungen nicht gerecht werden kann. Der frühere Münchener spielt die meisten Minuten, wirft gute Quoten und ist der beste Vorbereiter seiner Mannschaft (Stats). Dass der Defensive Player of the Year der Vorsaison in der Verteidigung seinen Job erledigt, versteht sich von selbst.

Karim Jallow (Virtus Bologna)

Pure Energie: So kennen wir Karim Jallow. (Foto: Harry Langer)

Karim Jallow absolviert bei Virtus Bologna eine überzeugende erste Saison in der Königsklasse. Der ehemalige Ulmer erzielt 6,4 Punkte pro Begegnung, aber deutlich aussagekräftiger ist der Blick auf seine Spielzeit. Der Forward erhält nach Carsen Edwards die zweitmeisten Minuten (Stats), weil seine Verteidigung und sein Einsatz ganz nach dem Geschmack von Trainer Dusko Ivanovic sind. Nach fünf Niederlagen in den vergangenen sechs Begegnungen dürfte der Zug in die Play-Ins den Bahnhof ohne einen Waggon aus Bologna verlassen. Für den 28-Jährigen ist es trotzdem eine wertvolle Spielzeit, weil er beweist, dass er nach seinen starken Auftritten im Eurocup auch eine Etage höher auf beiden Forward-Positionen bestehen und als Defensiv-Klette den Stars unangenehme Abende bereiten kann.

Sebastian Herrera (Paris Basketball)

Der Deutsch-Chilene Sebastian Herrera, der international für sein südamerikanisches Heimatland aufläuft, spielt bei Paris Basketball unter dem neuen Trainer Francesco Tabellini eine größere Rolle als in der Vorsaison. Der 28-Jährige legt 7,9 Punkte pro Partie auf (Stats). Seine Mannschaft spielt die höchste Pace der Euroleague und nimmt mehr als 32 Dreipunktewürfe pro Partie, wobei nur Liga-Topscorer Nadir Hifi häufiger von jenseits der 6,75 Meter abdrückt als der ehemalige Bonner. Herrera ist der designierte Shooter. Das bedeutet, dass er im Fast Break, aus acht Metern oder bei jedem halbwegs offenen Look den Ball fliegen lässt. Dafür ist seine Quote mit knapp 38 Prozent mehr als ordentlich. Paris hat als Tabellen-16. keine Chance auf die Post Season, aber Herrera hat seine Nische auf dem höchsten Niveau gefunden.

Maodo Lo (Zalgiris Kaunas)

Zalgiris Kaunas ist das vierte Euroleague-Team für Maodo Lo in den vergangenen vier Jahren. In den Wochen, in denen Nigel Williams-Goss und Dovydas Giedraitis fehlten, waren die Minuten des mittlerweile 33-Jährigen gesichert, und er lieferte starke Spiele als zweite Kreativkraft neben dem überragenden Sylvain Francisco (Stats). Dabei demonstrierte er sowohl seine Qualitäten als Vorbereiter und Scorer, dessen Wendigkeit und Eleganz im Drive immer noch genauso elitär sind wie sein Stepback-Dreier (39 Prozent von Downtown). Der gebürtige Berliner spielt bei den Litauern die Rolle des Impulsgebers von der Bank, die wie maßgeschneidert für ihn zu sein scheint. Mit bislang 15 Siegen gehört Kaunas zu den positiven Überraschungen dieser Saison und besitzt gut Chancen auf die Play-Ins.

Daniel Theis (AS Monaco)

Lange Zeit sahen die Monegassen wie ein Team fürs Final Four aus. Aber aktuell spricht nicht mehr viel dafür, dass der Vorjahresfinalist in Athen erneut um die Krone spielen wird. Die finanziellen Probleme und Unsicherheiten zeigen immer mehr Einfluss auf die Leistungen. Nach sechs Siegen in Serie setzte es zuletzt fünf Niederlagen in Folge. Damit steht die AS gerade noch auf dem letzten Play-In-Platz. Daniel Theis war hervorragend in die Spielzeit gestartet, konnte aber dieses hohe Niveau nicht ganz halten. Der Welt- und Europameister ist der beste Rebounder und Shotblocker seines Teams (Stats). Offensiv ist der trotz starker Trefferquote (71 Prozent Zweier) in diesem Guard-lastigen System zu wenig eingebunden und erhält selbst nach Switches gegen kleinere Kontrahenten kaum den Ball.

Isaac Bonga (Partizan Belgrad)

Isaac Bonga spielt bei Partizan Belgrad. (Foto: Christina Pahnke)

Die Verteidigung ist das große Problem von Partizan Belgrad, auch wenn in Isaac Bonga einer der besten Defensivspieler des Kontinents im Trikot der Serben aufläuft. Der 26-Jährige ist der wichtigste Stabilitätsfaktor in dieser turbulenten Saison. Obwohl sein Dreier nicht fällt, ist der Welt- und Europameister der effektivste Spieler seiner Mannschaft (Stats). Der Rücktritt von Trainerlegende Zelimir „Zeljko“ Obradovic hatte tiefe Risse zwischen Fans und den Spielern zur Folge. Der Deutsche zeigte sich aber immer solidarisch mit dem Coach und verfügt auch deshalb bei den Anhängern über ein deutlich besseres Standing als seine Teamkollegen. Durch drei Siege aus den letzten fünf Partien hat sich die Lage etwas entspannt, aber es bleibt trotzdem eine Saison zum Vergessen für Partizan.

Dylan Osetkowski (Partizan Belgrad)

An Bongas Seite spielt in Dylan Osetkowski ein weiterer Nationalspieler. Der Deutsch-Amerikaner, der bei den EM-Qualifikationsspielen zum Einsatz gekommen war, zeigte nach drei Jahren Champions League in Malaga zunächst deutliche Anpassungsprobleme an das höhere Niveau, wobei es dem 29-Jährigen den Einstieg nicht erleichterte, dass Obradovic offensichtlich kein großer Fan von ihm war. Jetzt findet er zusehends seinen Platz im Team, weil er nach dem Trainerwechsel von Joan Penarroya mit mehr Minuten bedacht wird. In den bereits erwähnten fünf letzten Begegnungen stand er im Schnitt über 28 Minuten auf dem Parkett. Der Big Man nimmt fast genauso viele Dreier wie Zweier und trifft über 38 Prozent seiner langen Würfe (Stats).

David Krämer (Real Madrid)

Das große Problem von Real Madrid ist die Diskrepanz zwischen den Heim- Auswärtsauftritten. Nach vier Siege zu Hause kassierten die Königlichen zuletzt drei Niederlage in fremden Arenen. Dennoch sind die Play-Ins – vielleicht sogar die Playoffs – für diese überalterte Mannschaft möglich. Ob wir dann allerdings David Krämer sehen werden, ist fraglich. Der Weltmeister kam bislang in nur 14 Partien zum Einsatz (Stats). Coach Sergio Scariolo baut offensichtlich auf Spieler, die sich schon lange im Real-Kosmos bewegen. So erhalten der grundsolide Alberto Abalde und die 38-jährige Club-Legende Sergio Llull regelmäßig den Vorzug gegenüber dem Deutschen, obwohl dies im Fall von Llull sportlich nur schwer zu rechtfertigen ist.

Kochs Nachschlag

Werden wir in Andi Obst in der nächsten Saison einen weiteren Nationalspieler bei einem ausländischen Euroleague-Team sehen? Angesichts eines kolportierten Marktwerts von 1,5 Millionen Euro netto pro Saison werden sich die Bayern ordentlich strecken müssen, um den Vertrag mit dem Shooting Guard zu verlängern. Am Donnerstag gelangen ihm 33 Punkte bei Maccabi Tel Aviv, womit er knapp an seiner Bestleistung des 20. Durchgangs vorbeischrammte, als er gegen Baskonia 37 Zähler markierte und zum Spieler des Spieltags gekürt wurde. Diese Auszeichnung hat er in dieser Saison als einziger deutscher Spieler erhalten. Wenn ihr bezüglich der Deutschen im Ausland immer auf dem Laufenden bleiben wollt, ist an jedem Dienstag „ON THE ROAD“ von Manuel Baraniak Pflicht, weil dort neben den deutschen Spielern in Europa auch die Talente in der NCAA, die NBA-Profis und die Fernostlegionäre beleuchtet werden.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".