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Home/Newscenter/Europäisches Zwischenfazit, Teil II: Berlin und Rostock mit guten Chancen auf das Viertelfinale

Kochs NachschlagEuropäisches Zwischenfazit, Teil II: Berlin und Rostock mit guten Chancen auf das Viertelfinale

20. Januar 2026
Nachdem ich in der vergangenen Woche auf die deutschen Teilnehmer in der Euroleague und im Eurocup eingegangen bin, befasse ich mich im zweiten Teil meines kontinentalen Zwischenfazits mit den BBL-Vertretern in der Champions League und im FIBA Europe Cup. Noch sind drei Teams aus dem Land des Welt- und Europameisters in den beiden Wettbewerben vertreten. Während die Würzburger eine Hammergruppe erwischt haben, in der das Weiterkommen eher unwahrscheinlich ist, gebe ich Berlin und Rostock gute Chancen auf das Viertelfinale.

Nachdem ich in der vergangenen Woche auf die deutschen Teilnehmer in der Euroleague und im Eurocup eingegangen bin, befasse ich mich im zweiten Teil meines kontinentalen Zwischenfazits mit den BBL-Vertretern in der Champions League und im FIBA Europe Cup. Noch sind drei Teams aus dem Land des Welt- und Europameisters in den beiden Wettbewerben vertreten. Während die Würzburger eine Hammergruppe erwischt haben, in der das Weiterkommen eher unwahrscheinlich ist, gebe ich Berlin und Rostock gute Chancen auf das Viertelfinale.

Basketball Champions League

Nach einer Auftaktniederlage gegen Chalon gewann ALBA BERLIN die folgenden fünf Spiele und zog somit als Gruppenerster direkt in die Runde der letzten 16 ein. Allerdings muss man eingestehen, dass die Albatrosse es mit Kontrahenten von überschaubarer Qualität zu tun hatten. Wie im nationalen Wettbewerb verteilt Pedro Calles auch international die Minuten ausgeglichen. So steht kein Akteur länger als 24 Minuten auf dem Parkett. In der zweiten Gruppenphase müssen sich die Berliner mit zwei griechischen und einem türkischen Vertreter auseinandersetzen. Dabei stellt AEK Athen die größte Hürde dar. Karditsa Iaponiki und Tofas Bursa schätze ich schwächer als die Hauptstädter ein, die ich dementsprechend im Viertelfinale erwarte.

Auch die Fitness First Würzburg Baskets befinden sich weiter im Wettbewerb. Nach überzeugenden Auftritten in einer starken Gruppe, die mit dem zweiten Platz hinter Galatasaray Istanbul und vor Pallacanestro Triest endeten, taten sich die Unterfranken in den Play-Ins überraschend schwer. Nach der Auftaktniederlage gegen den slowakischen Champion Patrioti Levice korrigierten die Schützlinge von Sasa Filipovski den Patzer aber in den nächsten beiden Begegnungen. Während die Berliner gen Osten reisen, geht es für die Würzburger nach Westen. Neben Chalon tummeln sich mit dem Titelverteidiger und Topfavoriten Malaga und Badalona zwei spanische Schwergewichte in der Gruppe, sodass ein Weiterkommen von Marcus Carr und Co. sehr überraschen würde.

Die MLP Academics Heidelberg mussten in den Play-Ins die Segel streichen. Mit dem fast schon in einem desolaten Zustand befindlichen tschechischen Serienmeister Nymburk ging es gegen einen schlagbaren Kontrahenten. Aber die Heidelberger Personalsituation war aufgrund von Verletzungen und Krankheiten mehr als grenzwertig. Dazu kam das fehlende Selbstvertrauen aufgrund der Niederlagenserie in der Bundesliga. Wahrscheinlich hätte ein einsatzfähiger Michael Weathers (in der Form bei seiner Rückkehr am Freitag gegen Oldenburg) schon gereicht, um in die nächste Runde einzuziehen. So blieb der Mannschaft von Danny Jansson der Lohn für den unglaublichen Kraftakt am letzten Hauptrundenspieltag versagt, als man in Warschau nach einem Rückstand von 21 Punkten zur Pause die Partie noch nach zweimaliger Verlängerung gewann. Einerseits erlaubt es dieses Ausscheiden den Heidelbergern, sich in ihrer prekären Situation komplett auf den heimischen Wettbewerb zu konzentrieren. Andererseits hätte ein europäisches Überwintern in einer Gruppe mit Gran Canaria, Teneriffa und Triest schon seine Reize gehabt.

FIBA Europe Cup

Nachdem sich RASTA Vechta durch die Qualifikation in die Hauptrunde gespielt hatte, schied man dort als Gruppendritter mit ausgeglichener Bilanz aus. Noch bitterer traf es die Basketball Löwen Braunschweig, die als Zweiter mit vier Siegen die Segel streichen mussten. Aufgrund der vielen Teilnehmer erreichen nur die Gruppensieger automatisch die zweite Runde, sodass die Niedersachsen wegen des zu schwachen Korbverhältnisses nicht weiterkamen.

So sind die ROSTOCK SEAWOLVES der letzte deutsche Vertreter im Wettbewerb. Nach einer starken Hauptrunde überzeugt das Team von Przemyslaw Frasunkiewicz auch im zweiten Durchgang. Bislang unterlagen die Rostocker in dieser Phase lediglich beim Mitfavoriten in Murcia, wo sie sich aber gut verkauften. Ich traue ihnen den Einzug ins Viertelfinale definitiv zu, was ein bemerkenswerter Erfolg wäre. Am Dienstag kann beim Spiel in Danzig gegen Sopot (die alte sportliche Heimat des Rostocker Coaches) der nächste Schritt gemacht werden.

Kochs Nachschlag

Die Euroleague ist unbestritten der sportlich stärkste Wettbewerb auf dem Alten Kontinent. Aber die Zeiten, in denen der Eurocup die eindeutige Nummer zwei war, sind vorbei. Mittlerweile wird eine Diskussion geführt, ob die Champions League die Qualität des Eurocups erreicht hat oder sogar übertrifft. Sebastian Herrera, der 2023 mit Bonn in der Champions League und ein Jahr später mit Paris im Eurocup den Titel errang, glaubt, dass die Champions League schwerer zu gewinnen sei. Der Deutsch-Chilene führt an, dass man im Eurocup trotz einer schlechten Vorrunde am Ende triumphieren kann, was in der Champions League deutlich schwerer sei, weil man sich aufgrund der kleineren Gruppen weniger Ausrutscher erlauben könne und im Final Four in Do-or-Die-Spielen performen müsse.

Dieser Argumentation kann man durchaus folgen. Darüber hinaus denke ich aber auch, dass in dieser Saison in der Champions League stärkere Mannschaften als im Eurocup antreten. Die spanische ACB gilt zurecht immer noch als die stärkste Liga in Europa. Mit Malaga, Badalona, Gran Canaria und Teneriffa spielen vier starke iberische Teams in der Champions League. Dazu kommt AEK Athen, die dritte griechische Kraft hinter den Powerhäusern Olympiakos und Panathinaikos. Aus Deutschland stehen mit dem ehemaligen Euroleague-Teilnehmer Berlin und dem Tabellenzweiten Würzburg die nach München besten BBL-Teams in der Runde der letzten 16. Während sich vermehrt starke Teams von der ULEB (Eurocup) zur FIBA (Champions League) verändern, finden kaum Wechsel in der umgekehrten Richtung statt.

Hier geht es zum ersten Teil über die Chancen der deutschen Teams in Euroleague und Eurocup.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".