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Home/Newscenter/Playoff-Vorschau: Erster gegen Achter – Zwei Welten treffen aufeinander

Kochs NachschlagPlayoff-Vorschau: Erster gegen Achter – Zwei Welten treffen aufeinander

15. Mai 2026

Unterschiedlicher können die Ausgangspositionen vor einer Serie kaum sein. Auf der einen Seite steht der Titelverteidiger FC Bayern Basketball, der nach einer insgesamt enttäuschenden EuroLeague-Saison und der Pokalpleite im eigenen Wohnzimmer unter massivem Erfolgsdruck steht. Auf der anderen Seite freut sich der Aufsteiger VET-CONCEPT Gladiators Trier über eine bislang rundum gelungene Spielzeit, der jetzt mit dem Playoff-Duell gegen die Münchner das Sahnehäubchen auf die Torte gezaubert wird. Ihr Postseason-Slogan „Schauen wir mal, was wird“ unterstreicht, wie entspannt die Moselaner unterwegs sind. Das Ziel Klassenerhalt wurde frühzeitig realisiert, obwohl viele Experten die Schützlinge von Jacques Schneider als ersten Absteiger sahen, weil der Neuling mit fast identischem Personal wie in der ProA ins Rennen ging. Aber der junge Coach leistete herausragende Arbeit und führte den Klub das erste Mal seit 22 Jahren in die Playoffs. Jetzt geht es für ihn gegen Svetislav Pesic, einen der erfolgreichsten Trainer der Welt, der sich natürlich mit einem weiteren Titel in den Ruhestand verabschieden möchte.

Die Serie aus Münchner Sicht:

Die Bayern gehen mit 75 Pflichtspielen auf dem Tacho in diese Viertelfinalrunde. Dennoch könnte der Kräftevorteil auf ihrer Seite liegen, weil die Trierer aufgrund ihrer beiden Einsätze in den Play-Ins am Sonntag das fünfte Spiel innerhalb von zehn Tagen bestreiten werden. Hochintensive Spiele sind aufgrund des tieferen Kaders, zu dem mittlerweile auch wieder Kamar Baldwin und Elias Harris zählen, ohnehin ein Vorteil für die Münchner, was aufgrund des aktuellen Belastungsgrads der Gladiators aber noch stärker ins Gewicht fallen könnte. Deren Point Guard Steven Ashworth ist mit seiner eher schwachen Statur ein Angriffspunkt. Überhaupt ist es schwer vorstellbar, dass Schneider gegen den Titelverteidiger eine kleine Formation wie gegen Rostock mit Ashworth, Jordan Roland und Behnam Yakhchali spielen kann. Die Bayern werden konsequent ihre personellen und physischen Vorteile in die Waagschale werfen.

Die Serie aus Trierer Sicht:

Zwar bleiben den Münchnern auch nur zwei Tage zur Vorbereitung der Auftaktpartie, aber dennoch ist das ein Nachteil für den Außenseiter, der stärker darauf abzielen muss, über außergewöhnliche taktische Maßnahmen Einfluss zu nehmen. Trier ist darauf angewiesen, Punkte im Umschaltspiel zu erzielen. Der Aufsteiger wird rennen und die Ecken für Dreipunktewürfe besetzen. Dies wegzunehmen, ist die wichtigste defensive Aufgabe für das Team von MVP Andi Obst. Die Trierer benötigen zudem eine hohe Trefferquote von außen, insbesondere vom als bester Offensivspieler ausgezeichneten Roland als auch von Yakhchali, der in den letzten Partien ein heißes Händchen bewies. Allerdings dürfte es schwer werden, gegen die Bayern-Verteidigung im Halbfeld genügend offene Würfe zu kreieren.

Kochs Nachschlag

Wie schwer es für die Trierer Offensive wird, verdeutlichen die 74,4 Gegenpunkte der Münchner, die genauso wie ihr Defensiv-Rating (100,8) Ligabestwert darstellen. Der Hauptrundenachte trifft mit 57,8 Prozent zwar besser als jedes andere Team aus dem Zweipunktebereich, aber ich halte diesen Wert in einer Serie gegen die Bayern für unrealistisch. Neben dem Defensiv-Rating steht der Titelverteidiger auch in den beiden anderen wichtigen Kategorien an der Spitze, das Offensiv-Rating liegt bei 119,1 und die Rebound-Quote bei 54,2 Prozent. Trier spielt die mit Abstand höchste Pace der Liga, leistet sich mit 21,1 Prozent aber auch die meisten Ballverluste. Das Gaspedal muss bis zum Bodenblech durchgedrückt werden, ohne dass der Wagen die Spur verlässt. Das wird ein äußerst schwieriges Unterfangen! Mein Tipp: Auch wenn die Halle beim ersten Trierer Heimspiel kochen wird, erwarte ich einen Sweep der Bayern.

Unser Kolumnist Stefan Koch hat sich bei jeder Viertelfinale-Serie überlegt, wie er gegen den jeweiligen Gegner spielen würde und in welcher Serie er welche Stärken und Schwächen bei den beiden Teams sieht: Berlin gegen VechtaBamberg gegen Ulm und Bonn gegen Würzburg.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".