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Home/Newscenter/Playoff-Vorschau: Vierter gegen Fünfter – Duell auf Augenhöhe zwischen Bonn und Würzburg

Kochs NachschlagPlayoff-Vorschau: Vierter gegen Fünfter – Duell auf Augenhöhe zwischen Bonn und Würzburg

13. Mai 2026

Wenn der Vierte auf den Fünften trifft, ist beinahe schon per se zu erwarten, dass die Serie eng werden dürfte. Abgesehen von den zwei Spielzeiten unter Tuomas Iisalo liegt die letzte Halbfinalteilnahme der Bonner 17 Jahre zurück. Aber Marko Stankovic hat in seiner ersten kompletten Spielzeit hervorragende Arbeit geleistet und der Mannschaft eine Identität verschafft. Jetzt wäre es nach der hervorragenden Hauptrunde ein großer Erfolg ins Halbfinale einzuziehen, nachdem man die Vorsaison auf Rang 14 beendet hatte. Stankovic hat einen Turnaround eingeleitet, den Sasa Filipovski in Würzburg mittlerweile über Jahre hinweg in ein Fundament gegossen hat. Die Erfahrungen aus der Champions League, in der man sich wettbewerbsfähig mit Teams wie Galatasaray, Malaga und Badalona zeigte, sprechen für die Mainfranken. Dazu bewiesen sie im Viertelfinale der letztjährigen Playoffs gegen Braunschweig, dass sie auch ohne Heimvorteil ins Halbfinale einziehen können. Mittlerweile stimmt auch wieder die Form: Nach zwischenzeitlich durchwachsenen Leistungen beendeten sie die Saison mit drei Siegen.

Die Serie aus Bonner Sicht:

Wenn Du Würzburg schlagen willst, benötigst Du eine gute 1-1-Verteidigung. Das Guard-Trio um Marcus Carr, Davion Mintz, der laut Sportando nach der Saison in die Euroleague zu Dubai wechseln wird, und Brae Ivey kann jederzeit eine Partie übernehmen. In Grayson Murphy, der in der Verteidigung gerne unterschätzt wird, und Tylan Birts, der den am Bonner Hardtberg gerne vergebenen Titel „Verteidigungsminister“ trägt, besitzen die Bonner aber Optionen, die Alijah Comithier als längere Variante abrundet. Zudem kann die offensiv immer stärker gewordene Nachverpflichtung Jalen Finch dafür sorgen, dass die Würzburger Guards sich am eigenen Ende des Feldes stärker engagieren müssen, was auch mit entsprechender Foulbelastung verbunden sein kann. In Birts und Jonathan Bähre kommen in dieser entscheidenden Saisonphase zwei Spieler zurück, was einerseits für mehr Tiefe sorgt, aber auch die bisherige Statik des Teams verändert.

Die Serie aus Würzburger Sicht:

Der bereits erwähnte Wechsel von Mintz sollte aus meiner Sicht nicht für Unruhe bei den Würzburgern sorgen. Der Klub versteht sich ein Stück weit als Sprungbrett und kennt das aus den letzten Jahren mit Spielern wie Cameron Hunt, C.J. Bryce, Stan Whittaker, Otis Livingston II, Javon Bess, Jhivvan Jackson und Zach Seljaas. Filipovski wird angesichts der Schwächen der Bonner aus der Distanz in der Verteidigung eher Richtung Containment als Richtung Aggressivität tendieren. Das sollte auch softe Close-outs beinhalten, bei denen seine Spieler eher den Wurf als den Drive hergeben. Ein entscheidender Faktor dürfte für die Würzburger der Rebound werden, denn Bonn ist trotz schwacher Quoten sehr erfolgreich, weil sie die mit Abstand beste Offensiv-Rebound-Mannschaft der Liga stellen. Schafft es der Hauptrundenfünfte, das defensive Brett zu kontrollieren, hat er gute Chancen.

Kochs Nachschlag

Hier geht es – wie auch in den drei Nachschlägen zu den anderen Serien – um statistische Auffälligkeiten. Würzburg spielt die langsamste Pace der Liga, dürfte also eher auf Tempokontrolle setzen. Bonn trifft nur 65,8 Prozent seiner Freiwürfe und 27,2 Prozent seiner Dreier, womit die Rheinländer jeweils Schlusslicht sind. Aber dank ihrer überragenden Offensiv-Rebound-Quote von 38 Prozent werfen sie häufiger auf den Korb als jede andere Mannschaft.

Mein Tipp: In einem engen Rennen sehe ich leichte Vorteile für Würzburg.

Unser Kolumnist Stefan Koch hat sich bei jeder Viertelfinale-Serie überlegt, wie er gegen den jeweiligen Gegner spielen würde und in welcher Serie er welche Stärken und Schwächen bei den beiden Teams sieht: Berlin gegen VechtaBamberg gegen Ulm und München gegen Trier.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".