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Kochs Nachschlag53 Nachverpflichtungen und ihr Einfluss auf den Kampf um die Playoffs und gegen den Abstieg

09. April 2026
Am 31. März endete die Wechselfrist in der easyCredit BBL. Zuvor hatten die Klubs die Möglichkeit, maximal vier Spieler nachzumelden. Ende Februar endete die erste Phase, bevor dann den Teams, die das Kontingent bis dahin nicht ausgeschöpft hatten, noch ein Monat blieb, um einen (weiteren) Spieler im März unter Vertrag zu nehmen. Exakt 53 Basketballer, von denen vier – darunter mit Spencer Dinwiddie, der zwei Monate für den FC Bayern München Basketball spielte, auch der größte Name – schon wieder weitergewechselt sind, wurden nachträglich den Mannschaftsmeldelisten hinzugefügt, zehn davon im vergangenen Monat. Gavin Schilling wurde sogar zwei Mal nachverpflichtet, zunächst von Chemnitz und danach von Ludwigsburg. Acht Teams machten von der Möglichkeit Gebrauch, vier Akteure nachzuverpflichten. Die Gründe, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, waren unterschiedlich gelagert. Spielerabgänge, Verletzungen, sportliche Krisen oder die Chance, mit einem neuen Spieler mehr zu erreichen, haben dazu geführt, dass die Schatzmeister die Schatullen noch einmal öffneten.

Am 31. März endete die Wechselfrist in der easyCredit BBL. Zuvor hatten die Klubs die Möglichkeit, maximal vier Spieler nachzumelden. Ende Februar endete die erste Phase, bevor dann den Teams, die das Kontingent bis dahin nicht ausgeschöpft hatten, noch ein Monat blieb, um einen (weiteren) Spieler im März unter Vertrag zu nehmen. Exakt 53 Basketballer, von denen vier – darunter mit Spencer Dinwiddie, der zwei Monate für den FC Bayern München Basketball spielte, auch der größte Name – schon wieder weitergewechselt sind, wurden nachträglich den Mannschaftsmeldelisten hinzugefügt, zehn davon im vergangenen Monat. Gavin Schilling wurde sogar zwei Mal nachverpflichtet, zunächst von Chemnitz und danach von Ludwigsburg. Acht Teams machten von der Möglichkeit Gebrauch, vier Akteure nachzuverpflichten. Die Gründe, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, waren unterschiedlich gelagert. Spielerabgänge, Verletzungen, sportliche Krisen oder die Chance, mit einem neuen Spieler mehr zu erreichen, haben dazu geführt, dass die Schatzmeister die Schatullen noch einmal öffneten.

Hoffnungsträger im Abstiegskampf

Die erste Saisonphase verlief für die Veolia Towers Hamburg desaströs. Die Hanseaten sahen bereits wie ein sicherer Absteiger aus, schafften dann aber einen atemberaubenden Turnaround, der sie jetzt sogar von der Postseason träumen lässt. Als einziges Team reagierten die Hamburger schon im Kalenderjahr 2025 drei Mal. In Devon Daniels IV und Ross Williams wurden die beiden Topscorer nachverpflichtet, die dem Team mehr offensive Feuerkraft geben. Zudem konnte man in Martin Breunig einen deutschen Veteranen verpflichten, der neben seinen Fähigkeiten auch mit seiner Mentalität eine Bereicherung darstellt. Der Anfang März hinzugeholte Karl Gamble II hat deutlich weniger Einfluss, ist aber aufgrund der zwischenzeitlichen Verletzung von Zacharie Perrin und der aktuellen von Breunig als zusätzlicher Big Man eine Art Lebensversicherung. Die Hamburger haben von allen Bundesligisten am gewinnbringendsten nachverpflichtet!

Auch die Braunschweiger fügten vier neue Spieler hinzu. Allerdings stellt sich beim Schlusslicht die Frage, ob man nicht früher hätte handeln müssen. Die starken Simi Shittu und Kaza Kajami-Keane kamen erst Ende Januar bzw. Anfang Februar, Bryant Crawford noch später, sodass er erst drei Begegnungen absolvieren konnte.

Simi Shittu (Mitte) packt zu. Haben die Löwen personell zu spät reagiert? (Foto: Christian Schlüter)

Die MLP Academics Heidelberg lotsten Eric Reid II von Hamburg an den Neckar. Der Amerikaner war eher als Übergangslösung während der Verletzung von DJ Horne und als Ergänzung gedacht. Dahingegen ruhten auf Rückkehrer Ryan Mikesell große Hoffnungen. Auch wenn der Forward nicht ganz auf seinem Niveau der Vorsaison agiert, entpuppte er sich als Verstärkung. Die massiven Rebound-Probleme konnte aber auch er nicht lösen.

Auch aufgrund von Verletzungen und Abgängen schöpfte Aufsteiger Science City Jena sein Kontingent aus. Alle Nachverpflichtungen wurden erst im Kalenderjahr 2026 getätigt, wobei sich die letzte als die beste herauskristallisiert. Guard Jack Pagenkopf erweist sich mit seinen Passqualitäten als Stabilitätsfaktor.

Gleiches gilt beim SYNTAINICS MBC, wo Nemanja Djurisic als letzter Neuzugang seit Ende Februar seine Erfahrung einbringt. Dagegen enttäuschte der NBA-erfahrene Andrew Harrison auf ganzer Linie.

RASTA Vechta hat sich mittlerweile aus den unteren Tabellenregionen verabschiedet. Ich war skeptisch, als die Niedersachsen Ende Februar Malik Parsons nachverpflichteten, weil ich der Meinung war, dass dieses Team über genügend Scoring verfügte. Aber der ehemalige Frankfurter hat sich großartig eingefügt und den Schützlingen von Christian Held einen zusätzlichen Push gegeben. Bereits davor war den Verantwortlichen mit Tibor Pleiß im Dezember ein echter Coup gelungen. Aktuell fehlt der zweimalige Euroleague-Champion aber wegen einer Knieverletzung.

Hilfe im Rennen um die Postseason

Playoffs oder Play-Ins? Die Tabelle ist an dieser Schnittstelle extrem eng. Die Münchner und die Berliner, die vor Ende der Wechselfrist noch College-Spieler Michael Rataj registriert haben, um ihn nach Ende seiner Verpflichtungen bei Baylor unter Vertrag nehmen zu können, dürften die Playoffs als einzige Teams bereits in der Tasche haben (wobei der Tabellenrechner der Liga zumindest vor dem 29. Spieltag noch rechnerische Chancen sah, dass beide die Playoffs verpassen).

Patrick Heckmann nimmt Maß: Der nachverpflichtete Veteran strebt mit Bonn in die Playoffs. (Foto: Eibner-Pressefoto/Sascha Walther)

Die Telekom Baskets reagierten im November auf die Verletzung von Jonathan Bähre und sicherten sich die Dienste des spielintelligenten BBL-Veteranen Patrick Heckmann, der in Bonn in passender Rolle stark spielt wie lange nicht mehr und regelmäßig das gibt, was sein Team gerade braucht (seine vier effektivsten Spiele für Bonn waren jeweils Siege). Anfang Februar kam dann Jalen Finch mit dem Auftrag an den Rhein, seinen Beitrag zum Erreichen der Playoffs zu leisten. Nach anfänglichen Problemen kommt der Linkshänder immer besser zurecht und ist mittlerweile die erste 1-1-Option.

In Trier lief es vergleichbar ab. Nachdem Eli Brooks aus seinem Vertrag gekauft worden war, holte man in Steve Ashworth einen guten Ersatz, bevor Anfang März mit George King zusätzliche Qualität für den Saisonendspurt verpflichtet wurde.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben die direkte Playoff-Teilnahme als Ziel formuliert. Auf den letzten Drücker (am 31. März) wurde dafür Terrell Harris, der Deutschland bestens kennt, als vierter Neuzugang verpflichtet. Mit insgesamt 27 Punkten in seinen ersten beiden Einsätzen wusste der Guard bislang zu überzeugen. Der ebenfalls am letztmöglichen Termin von Rostock unter Vertrag genommene Phil Greene IV kennt zwar die Bundesliga nicht, aber Head Coach Przemyslaw Frasunkiewicz, was für die Hansestädter angesichts der späten Saisonphase ein entscheidendes Kriterium darstellte. Sein Debüt verlief mit 13 Punkten und dem Kantersieg in Heidelberg beinahe perfekt.

Bamberg vertraut stets derselben Starting Five aus (von links) Cobe Williams, Richard Balint, EJ Onu, Demarcus Demonia und Ibi Watson. (Foto: Daniel Löb)

Kochs Nachschlag

Kontinuität gilt zunehmend als ein wichtiger Erfolgsfaktor. Und so ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass ausgerechnet das einzige Team, das auf eine Nachverpflichtung verzichtete, zu den positiven Überraschungen dieser Spielzeit zählt. Die BMA365 Bamberg Baskets haben ihren Kader seit dem Saisonstart nicht verändert und so – trotz des offiziell niedrigsten geplanten Spieleretats – sensationell den Pokalsieg in München eingefahren. Auch in der Liga läuft es hervorragend für die Oberfranken, die sich mittlerweile auf den dritten Platz hochgearbeitet haben. Natürlich funktioniert dieser Ansatz nur, wenn man vom Verletzungspech verschont bleibt. Aber bei Bamberg haben die wichtigsten sieben Spieler keine Partie versäumt. So konnte Coach Anton Gavel in jedem Pflichtspiel dieselbe Startformation auf das Parkett schicken. Wer mehr über das außergewöhnliche Team aus Freak City lesen möchte, kann gerne noch einmal meinen Nachschlag von Ende März lesen.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".