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Home/Newscenter/Pokalsieger Bamberg gegen Vorjahresfinalist Ulm: Anton Gavel trifft seine meisterliche Vergangenheit

VorberichtePokalsieger Bamberg gegen Vorjahresfinalist Ulm: Anton Gavel trifft seine meisterliche Vergangenheit

14. Mai 2026
Im Jahr 2023 geht Anton Gavel mit seinem Team aus Ulm als Tabellensiebter in die Playoffs und findet sich am Ende mit eben jener Truppe eingraviert auf den Meisterpokal wieder. Ein Jahr später geht es aus privaten Gründen in seine alte Heimat Bamberg, wo er dann Anfang diesen Jahres ähnlich überraschend wieder auf Edelmetall eingraviert wird, Platz drei in der Hauptrunde erreicht und zusätzlich die Trophäe als „Coach of the Year“ erhält. Nun hat er sogar die Chance auf das vielleicht unwahrscheinlichste Double der mindestens deutschen Basketball-Geschichte, muss dafür aber vorher seinen ehemaligen Arbeitgeber aus Ulm rauskegeln, der dafür im Vorjahr bis 70 Sekunden vor dem Ende der Saison größte Chancen auf die Meisterschaft hatte.

Die besondere Brisanz: Im Jahr 2023 geht Anton Gavel mit seinem Team aus Ulm als Tabellensiebter in die Playoffs und findet sich am Ende mit eben jener Truppe eingraviert auf dem Meisterpokal wieder. Ein Jahr später geht es aus privaten Gründen in seine alte Heimat Bamberg, wo er dann Anfang dieses Jahres ähnlich überraschend wieder auf Edelmetall eingraviert wird, Platz drei in der Hauptrunde erreicht und zusätzlich die Trophäe als „Coach of the Year“ erhält. Nun hat er sogar die Chance auf das vielleicht unwahrscheinlichste Double der mindestens deutschen Basketball-Geschichte, muss dafür aber vorher seinen ehemaligen Arbeitgeber aus Ulm rauskegeln, der dafür im Vorjahr bis 70 Sekunden vor dem Ende der Saison größte Chancen auf die Meisterschaft hatte.

Was wir bisher gelernt haben: Offense wins games, defense wins championships and continuity wins you a BBL Pokal and a third seed in the playoffs. So oder so ähnlich müsste das Sprichwort gehen angesichts der Bamberger Saison, in der Coach Gavel in 38 von 39 Pflichtspielen bislang dieselbe erste Fünf auf das Parkett schickte. Seit der Länderspielpause gewannen sie zwölf von 13 Partien und gehen damit so brandheiß in die Playoffs, dass die Produkte von Hauptsponsor BMA365 – richtig, Brandmeldeanlagen! – hier schon lange Alarm geschlagen hätten.

Die Ulmer dagegen ließen eben diese Konstanz in der ein oder anderen Saisonphase vermissen, und auch mit dem guten Lauf der Bamberger können sie sich angesichts von einer 4:6-Bilanz in den letzten zehn Saisonspielen nicht messen. Soll ein weiteres Märchen wie 2023 geschrieben werden, muss Ty Harrelson zudem die Auswärtsbilanz verbessern: Angesichts von nur sieben Erfolgen auf fremdem Parkett in der Hauptrunde könnte es gegen die heimstarken Bamberger (12:5 Siege) schwierig werden, ein Spiel zu klauen.

Status quo: Mit sieben Siegen in Serie beendete Bamberg die Hauptrunde, feierte zum Abschluss einen 102:83-Heimsieg gegen Bonn und hängte das Trikot von BBL-Rekordspieler Karsten Tadda unter das Hallendach der Brose Arena. Auch die Ulmer legten zum Ende der 34 Spiele noch einmal einen auf und feierten in Frankfurt beim 103:64 den dritthöchsten Sieg aller Teams in der Saison 2025/2026.

Findet Demarcus Demonia (Mitte) gegen Tobias Jensen (links), Justin Simon und die anderen Ulmer die passenden Lücken? (Foto: Harry Langer)

Duell im Fokus: Eine erste Fünf kennen wir recht sicher, bei einer müssen wir etwas mehr raten – wo bei Bamberg sechs Spieler im Saisonverlauf starteten (Zach Ensminger ersetzte einmal Ibi Watson), sind es bei Ulm zwölf Spieler, wobei keiner bei all seinen Einsätzen startete. Schauen wir zunächst auf das vielleicht spannendste Duell: Ibi Watson, Zweiter bei der Wahl zum MVP, ist dank 16,0 Punkten pro Spiel Topscorer, wird aber auch voraussichtlich auf Justin Simon treffen, der in seiner Karriere als Defensivspieler des Jahres in der Big East Conference, in der australischen NBL sowie in der easyCredit BBL (2022) ausgezeichnet wurde und zudem 2022 ins Team der fünf besten Verteidiger der Basketball Champions League aufgenommen wurde.

Der beste Verteidiger der aktuellen Saison in unserer Liga ist, laut Voting, EJ Onu, der unter dem Korb auf Joel Soriano treffen könnte: 9,3 Punkte und 5,1 Bretter in durchschnittlich nur etwas mehr als 18 Minuten Spielzeit pro Partie beweisen seine Effizienz.

Demarcus Demonia hat derweil einen MVP-Titel (beim BMW TOP FOUR) eingesammelt, hat aber mit Chris Ledlum seinerseits den Ulmer Topscorer und -rebounder auf der anderen Seite (16,1 PPG, 6,5 RPG).

4,0 Assists pro Spiel spielt Cobe Williams als Point Guard der Bamberger, lässt zudem 5,6 Dreierversuche pro Spiel fliegen (37,7% 3P). Das könnte ein nettes Duell mit Nelson Weidemann werden, der seinerseits bei den Schwaben 4,7-mal pro Spiel von draußen abdrückt (36,1% 3P).

Und last, but not least: Richard Balint (Tschechien) und Tobias Jensen (Dänemark) sind als junge Flügelspieler aus Ländern, die nicht unbedingt als Basketball-Hochburgen bekannt sind, ohnehin schon quasi Brüder im Geiste. Dazu sind beide starke Dreierschützen mit Gardemaß, die in dieser Saison schon oft genug als X-Faktor zum Erfolg ihrer Mannschaft beigetragen haben.

Zahlen, bitte: 89,9 Punkte legten die Bamberger pro Spiel in dieser Saison auf, nur Aufsteiger Trier und Vechta verbuchten höhere Durchschnittswerte – und das sehr effizient, denn bei der Zweierquote (57,2 Prozent) und bei der Dreierquote (37,4 Prozent) liegt man auf Platz zwei respektive drei, bei der Freiwurfquote ist man mit 81,3 Prozent sogar Spitze. Die Ulmer führen angesichts von 8,7 Ballgewinnen pro Partie die Liga in dieser Statistik an, dafür sind die Bamberger mit 4,2 Blocks im Schnitt wieder das Topteam.  

Die ewige Bilanz: 101-mal duellierten sich die beiden Klubs bereits, die Statistik verzeichnet ein klares 74:27 zugunsten der Oberfranken. Fünf Playoff-Serien wurden dabei ausgespielt, auch hier liegt Bamberg mit vier Erfolgen deutlich vorn: Im Viertelfinale 1995/1996 gab es einen 4:0-Sweep, im Halbfinale 2014/2015 einen 3:0-Sweep, genau wie in den Finals 2011/2012 und 2015/2016 – einzig beim 3:2 im Halbfinale 1997/1998 setzten sich die Ulmer durch.

In dieser Saison gab es zwei Auswärtssiege: Bamberg gewann 89:73 in Ulm, Ulm siegte 106:83 in Bamberg.

Bewegte Bilder: Die 106 Gegenpunkte der Bamberger in eigener Halle passten nicht richtig in den Trend der Saison. Hier kann man sehen, was dazu geführt hat.

Meilensteine: Tobias Jensen (Ulm) fehlen noch drei Steals bis 100, Mark Smith braucht noch 27 Punkte für 1.000 in seiner BBL-Karriere.

Im Blick des Bundestrainers: Wir gehen davon aus, dass Alex Mumbrú ohnehin alle Playoff-Spiele schaut, aber in dieser Serie gibt es einige spannende Kandidaten für ihn: Bekannte Gesichter wie Nelson Weidemann und Chris Sengfelder auf Ulmer Seite, aber auch Neulinge wie Zach Ensminger, Moritz Krimmer oder gar Adrian Petkovic auf Bamberger Seite.  

Alte Bekannte: Anton Gavel haben wir bereits hinreichend besprochen, auch Moritz Krimmer kennt sich mit den Ulmern gut aus, spielte er doch dort im Nachwuchs und feierte sein BBL-Debüt. Genauso geht es Zach Ensminger, dessen Vater Chris nicht nur eine Bamberger Legende ist, sondern auch bei Ulm derzeit für das Thema Spielerentwicklung zuständig ist. Nelson Weidemann spielte 2019/2020 als Leihgabe des FC Bayern in Bamberg, Chris Sengfelder verbrachte von 2019 an gar vier Jahre in Oberfranken, ehe er über Frankreich an die Donau kam.  

Sonstiges: Kurz vor den Playoffs wurde dieser Tage bekannt, dass ein echtes Gesicht von ratiopharm ulm den Club verlässt. Thorsten Leibenath, früher Headcoach und inzwischen Sportdirektor, schließt sich zur kommenden Saison dem FC Bayern Basketball an und ersetzt dort den scheidenden Geschäftsführer Sport Dragan Tarlac. Interessant sind in diesem Zusammenhang natürlich die Gerüchte um ein mögliches Interesse des FC Bayern an Trainer Anton Gavel. Nur zur Erinnerung: 2023 wurden Leibenath und Gavel gemeinsam mit Ulm Meister (eventuell haben wir das hier im Text schon einmal erwähnt).

Rekordverdächtig: Lauter Entscheidungen im Nachwuchs: Bei den Ulmern kämpfen an diesem Wochenende zusätzlich zum Playoff-Auftakt die JBBL, die NBBL und die Zweitvertretung in der ProB um Meistertitel.

Weise Worte: „Wir vertreten den Club auf höchstem Niveau und wollen als Vorbilder vorangehen. Es ist stark zu sehen, wie erfolgreich unsere Jugend arbeitet – wir versuchen, den Jungs so viel wie möglich mitzugeben“, sagt Chris Sengfelder. Scheint zu klappen.

Koch-Kolumne: Unser Kolumnist Stefan Koch hat sich bei jeder Viertelfinale-Serie überlegt, wie er gegen den jeweiligen Gegner spielen würde und in welcher Serie er welche Stärken und Schwächen bei den beiden Teams sieht: München gegen TrierBerlin gegen VechtaBamberg gegen Ulm und Bonn gegen Würzburg.

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird Samstag ab 18:15 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Stefan Koch. Als Experte ist Patrick Femerling am Mikro.